السلام عليكم ورحمة الله وبركاته أعوذ بالله من الشيطان الرجيم. بسم الله الرحمن الرحيم. والصلاة والسلام على رسولنا محمد سيد الأولين والآخرين. مدد يا رسول الله، مدد يا سادتي أصحاب رسول الله، مدد يا مشايخنا، دستور مولانا الشيخ عبد الله الفايز الداغستاني، الشيخ محمد ناظم الحقاني. مدد. طريقتنا الصحبة والخير في الجمعية.
وَٱلۡفَجۡرِ (89:1)
وَلَيَالٍ عَشۡرٖ (89:2)
Allah schwört bei diesen zehn Tagen, den zehn Tagen des Dhul-Hidscha.
Allah verleiht diesen gesegneten Tagen große Bedeutung, indem Er bei ihnen schwört.
Es gibt eben ganz besondere Tage und Nächte.
Es sind Tage und Nächte, mit denen Allah unseren Propheten und seine Ummah beschenkt hat.
Allah hat uns diese Tage gewährt, um Seinen Dienern noch mehr Gnade zu erweisen und ihnen die Möglichkeit zu geben, reichlich Lohn zu erlangen.
Für Muslime, für Gläubige und für all jene, die den Weg der Wahrheit kennen, sind diese Tage überaus gesegnet.
Allah sei Dank haben wir heute den ersten Tag des Dhul-Hidscha; diese gesegneten Tage dauern bis zum zehnten Tag an.
Wer möchte, kann an diesen Tagen fasten.
Das ist eine wunderschöne Tat, für die es großen Lohn gibt.
Wer die Kraft dazu hat, kann bis zum neunten Tag fasten.
Oder man fastet zumindest am achten und neunten Tag – das sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen.
Es ist weder Fard (Pflicht) noch Wadschib, sondern eine Sunna – eine besondere Gabe Allahs an euch.
Man sollte diese Gelegenheit gut nutzen und ihren Wert zu schätzen wissen.
Manche Menschen bringen jedoch Fard und Sunna durcheinander.
Sie vernachlässigen die Pflicht und verrichten stattdessen die Sunna.
So fasten sie zum Beispiel nicht im Ramadan, aber dafür im Dhul-Hidscha oder im Muharram.
Dabei kann eine Sunna niemals eine Pflicht (Fard) ersetzen.
Deshalb muss man hier sehr aufpassen.
Man glaubt, etwas Gutes zu tun, doch in Wirklichkeit begeht man eine Sünde.
Und zwar deshalb, weil man eine Pflicht vernachlässigt, nur um stattdessen eine Sunna zu verrichten.
Darauf gilt es zu achten: An erster Stelle muss immer die Pflichterfüllung stehen.
Wenn ihr danach noch Sunna- und freiwillige (Nafl-)Taten verrichtet, werdet ihr doppelt belohnt.
Man redet sich ein: "Diese Tage sind so segensreich... Allah hat ihre Vorzüge im edlen Koran verkündet, also beschränke ich mich einfach darauf."
"Alles andere ist nicht so wichtig", sagen sie sich und handeln einfach nach ihren eigenen Vorstellungen.
Genau so führt der Satan den Menschen in die Irre.
Selbst wenn ihr euer ganzes Leben lang Sunna-Taten verrichtet, können diese niemals eine einzige Pflicht (Fard) ersetzen.
Nicht nur, dass sie sie nicht ersetzen können, man trägt auch die schwere Verantwortung für das Unterlassen der Pflicht.
Dafür erwartet einen im Jenseits eine Strafe – möge Allah uns davor bewahren.
Möge Allah diese Tage für uns gesegnet und voller Barakah machen.
Die meisten Pilger sind bereits nach und nach abgereist, doch einige sind immer noch auf dem Weg.
Möge ihr Haddsch inschaAllah angenommen und ihnen erleichtert werden.
Möge der Segen dieser Tage auf uns allen ruhen.
Und auf der gesamten islamischen Welt.
Möge Allah uns vor solchen Irrwegen bewahren, inschaAllah.
2026-05-17 - Dergah, Akbaba, İstanbul
Allah Azza wa Jalla sagt: Die Tage des Menschen vergehen schnell.
Wahrlich, Allah Azza wa Jalla ist Derjenige, der alles auf wunderschöne Weise erschafft. Die Jahre verstreichen, ohne dass der Mensch es überhaupt bemerkt.
Gestern sind wir, Allah sei Dank, wieder nach Bursa gereist.
Wir dachten, es seien erst ein oder zwei Jahre seit unserem letzten Besuch vergangen, dabei waren es schon vier.
Rückblickend kommen einem diese vier Jahre so kurz vor. Man denkt, es sei kaum Zeit vergangen, und plötzlich sind vier Jahre um.
Die Tage ziehen unbemerkt an uns vorüber.
Aber Allah sei Dank ist es das Wichtigste, auf dem wunderschönen Weg von Allah Azza wa Jalla inshaAllah standhaft zu bleiben.
Die Tage kommen und gehen. Wir beten darum, dass sie gesegnet sind und wir unser Leben nicht vergeuden.
Allah sei Dank bestand eines der Wunder (Karamat) unseres ehrwürdigen Sheikhs darin, Raumgrenzen überwinden zu können (Tayy-i Mekan).
Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, sagte er einfach „Bismillah“. Er setzte einen Fuß hier auf, und der andere landete in Damaskus.
Mit einem „Bismillah“ reiste er nach Mekka al-Mukarrama, mit einem weiteren „Bismillah“ nach Medina al-Munawwara. Genau das ist Tayy-i Mekan.
Dafür brauchte er kein Flugzeug oder Ähnliches; das ist ein Wunder der Gottesfreunde, Awliya.
Das zweite, noch weitaus erstaunlichere Wunder ist Tayy-i Zaman – die Ausdehnung der Zeit.
So können sie in einem winzigen Augenblick unzählige Dinge vollbringen. Das ist ebenfalls ein Wunder unserer Sheikhs.
Dass er in derart kurzer Zeit überall sein und so viele Menschen treffen konnte, wäre unter normalen Umständen unmöglich gewesen.
Unser ehrwürdiger Sheikh lebte zum Beispiel 92 Jahre. Doch diese 92 Jahre füllte er aus, als hätte er 200 oder 300 Jahre gelebt. Er traf unzählige Menschen; er besuchte sie, und sie kamen zu ihm.
Sie suchten seinen Rat und nahmen seine Ratschläge an; auch das ist eines seiner Wunder.
Allah sei Dank durften wir ihn miterleben. Wir selbst erreichen diese Stufe natürlich nicht; uns sind solche Wunder nicht gegeben, Allah sei Dank.
Aber Wunder sind gar nicht das Entscheidende. Das größte Wunder ist es nämlich, standhaft zu bleiben und seinen Weg beharrlich weiterzugehen.
Beständig auf dem Weg zu bleiben, das ist von großer Bedeutung.
Wer unermüdlich, ohne aufzugeben, standhaft und mit aufrichtigem Herzen, Ikhlas, voranschreitet, wird am Ende immer gewinnen und wunderschöne geistige Stufen erreichen.
Er erlangt das Wohlgefallen Allahs und das Wohlgefallen unseres Propheten, Allahs Segen und Friede seien auf ihm.
Möge Allah uns alle zu diesen Menschen zählen lassen.
Auf diesem wunderschönen Weg, den uns unser Sheikh gewiesen hat, offenbaren sich, Allah sei Dank, auch heute noch jeden Tag seine Wunder.
Wo immer wir auch hinkommen, hören wir Menschen sagen: „Wir haben Sheikh Nazim in einem Traum gesehen, und er sagte uns, wir sollen diesen Ort aufsuchen und auf diesem Weg bleiben.“
Er ist weiterhin ein Mittel zur Rechtleitung; seine spirituelle Wirkkraft, Tasarruf, ist nach wie vor ungebrochen.
Die spirituelle Wirkkraft der Gottesfreunde (Awliya) existiert schon zu ihren Lebzeiten, doch nach ihrem Ableben wird sie sogar noch mächtiger.
Deshalb sind sie keineswegs tot; sie sind Persönlichkeiten, die noch viel lebendiger sind als wir.
Möge Allah ihre Geheimnisse heiligen und ihre spirituellen Ränge erheben.
Und mögen auch wir in ihren Fußstapfen inschaAllah standhaft weitergehen.
2026-05-16 - Dergah, Akbaba, İstanbul
وَأَحْسِنُوَاْ إِنَّ اللّهَ يُحِبُّ الْمُحْسِنِينَ (2:195)
„Macht alles auf die beste Weise“, heißt es. Allah, der Erhabene, liebt die, die Gutes tun.
Die Tariqa lehrt uns die schönsten Seiten des Islam.
Wer dem Weg unseres Propheten, dem Weg der Tariqa folgt, wird zu einem guten Menschen und es entsteht eine gute Gemeinschaft.
Dieser Weg ist geprägt von Anstand (Adab).
Früher hat man gutes Benehmen überall gelernt – in der Schule, auf der Straße.
Heute bringt man den Leuten eher Respektlosigkeit bei.
Man nannte das „Adab-ı Muaşeret“ (Umgangsformen), es gab sogar eigenen Unterricht dafür.
Man lernte, wie man sich verhält, was man tun sollte und wie man sich in Gesellschaft gibt.
Heute gibt es das kaum noch. So etwas findet man meist nur noch in der Tariqa.
Und selbst dort oft nur lückenhaft; die Leute machen doch wieder, was sie wollen.
Man muss einfach wissen, wie man mit Menschen umgeht, was man tun und lassen sollte...
Wie man sich richtig benimmt, wie man irgendwo auftritt, ob man vorher um Erlaubnis fragt...
All das hat Allah, der Erhabene, unserem Propheten beigebracht.
Und er hat es seiner Ummah weitergegeben. Auf diesem schönen Weg geht es nicht nur um Gottesdienste, sondern auch um das eigene Verhalten.
Wenn unser Verhalten und unsere Taten der Sunnah unseres Propheten entsprechen, entsteht ein schönes Miteinander, und Allah belohnt uns dafür.
Es bringt guten Lohn und Segen.
Heute spricht man von „Kibarlık“ (Höflichkeit). Das Wort kommt vom Ursprung her eigentlich von „Größe“.
Wenn sich jemand höflich und edel verhält, erhöht er seinen eigenen Rang und wird groß bei Allah.
Fehlt es jedoch an Anstand, achtet man nicht auf sein Benehmen und macht nur, was man will, dann wird einen niemand respektieren.
Die Leute fühlen sich in der Nähe so einer Person unwohl, mögen sie nicht und werden sie vielleicht sogar verabscheuen.
Deswegen muss man gut darauf achten.
Gute Umgangsformen sind nichts, wofür man sich schämen müsste.
Die Leute von heute betrachten das aber fast schon als peinlich.
Man redet den Leuten ein: „Verhalte dich, wie du willst, nimm auf nichts und niemanden Rücksicht.“
Es heißt: „Zeig niemandem Respekt, ordne dich nicht unter, tu einfach, was dir gefällt.“
So bringt man es den Leuten bei. Aber das sind keine Umgangsformen, das ist einfach nur respektlos.
Respektlosigkeit ist keine gute Eigenschaft. Möge Allah uns davor bewahren.
Die Menschen von heute haben sich stark verändert...
Die Menschen von früher gibt es einfach nicht mehr.
Früher gab es noch Respekt, Zuneigung und familiären Zusammenhalt.
Heute kennt kaum noch jemand diese Werte.
Und nicht nur das – sie tun oft genau das Gegenteil.
Darum gibt es auch keinen Frieden und keine Ruhe mehr.
Die Liebe und Zuneigung zwischen den Menschen gehen verloren.
So entsteht eine sehr unangenehme Art zu leben.
Dabei könnte man mit Anstand, gutem Benehmen und einem freundlichen Umgang eine wunderbare Gesellschaft aufbauen.
Möge Allah den Menschen Rechtleitung schenken.
InschaAllah werden sie diese schönen Dinge noch lernen.
All diese schönen Eigenschaften erlangt man, inschaAllah, auf dem Weg der Tariqa.
Möge Allah uns allen beistehen.
2026-05-15 - Dergah, Akbaba, İstanbul
وَٱلسَّـٰبِقُونَ ٱلۡأَوَّلُونَ (9:100)
Allah der Allmächtige sagt:
Die vorausgeeilten Sahaba an erste Stelle, die ersten Brüder, die ersten Gläubigen – sie sind diejenigen, die standhaft geblieben sind und durchgehalten haben.
Allah der Allmächtige lobt sie.
Er erweist ihnen Seine Gunst.
Denn Menschen, die standhaft bleiben, werden von Allah geliebt.
Allah hat sie mit Seiner Gnade beschenkt.
Und so sind sie diesen Weg beharrlich weitergegangen.
Viele Menschen schlagen diesen Weg ein, doch dann kommen weltliche Verpflichtungen oder andere Dinge dazwischen, und sie bleiben nicht dabei.
Beständig zu bleiben, ist eine große Ehre und eine Gnade von Allah.
Denn dieser Weg ist nicht immer leicht; manchmal ist er sogar sehr schwer.
Manchmal passieren Dinge, bei denen man vor lauter Prüfungen am liebsten alles hinwerfen und davonlaufen würde.
Einem Menschen kann alles Mögliche widerfahren.
Genau deshalb geht derjenige als Gewinner hervor, der beharrlich und standhaft bleibt.
Worauf es ankommt, ist die Beständigkeit.
Selbst wenn man gar nicht so viel tut: Allein schon die fünf Pflichtgebete zu verrichten, seinen Verpflichtungen nachzukommen und den Weg beständig weiterzugehen, ist eine gewaltige Leistung – und keineswegs einfach.
Manchmal fragen die Leute: "Wir sind jetzt der Tariqa beigetreten, was sollen wir nun tun?"
In der Tariqa gibt es eigentlich gar nichts anderes zu tun; sie ist im Grunde identisch mit der Scharia.
Die Tariqa ist das Herzstück des Islam.
Auf diesem Weg wirst du Schritt für Schritt voranschreiten.
Die Tage und Jahre vergehen.
Wenn du in genau diesem Zustand aus dieser Welt scheidest, hast du einen riesigen Gewinn gemacht.
Gibst du jedoch deinem Ego (Nafs) nach und verlässt diesen Weg, wirst du nach und nach auch das Gebet aufgeben.
Und so kommst du völlig vom Weg ab.
So jemand gehört nicht zu den Gewinnern – er verliert am Ende alles.
Deswegen ist es so wichtig, standhaft zu bleiben und fest an diesem Weg zu halten.
Damit meinen wir: Man sollte seine täglichen Übungen (Wird), seinen Dhikr und seine Aufgaben so gut erledigen, wie man eben kann.
Man sollte zumindest alle drei Wochen an einer Dhikr-Versammlung teilnehmen.
Wenn das nicht geht, kann man es auch zu Hause mit der Familie machen.
Das reicht völlig aus, um auf dem Weg zu bleiben.
Mehr braucht es eigentlich nicht.
Es bringt nämlich nichts, sich zu viel aufzubürden und dann später doch wieder alles aufzugeben.
Manche fangen hochmotiviert an, stellen dann fest, dass sie es nicht schaffen, und werfen gleich alles hin.
Das ist nicht nötig. Man sagt ja: Ajallu'l-karamat, dawamu't-tawfiq. Das größte Wunder ist die Beständigkeit.
Das größte Wunder (Karamat) ist es, wenn ein Mensch beständig bleibt.
Beständigkeit ist enorm wichtig; sie ist eine lobenswerte Eigenschaft und eine Tat, die Allah liebt.
Genau deshalb werden wir weitermachen inschaAllah. Möge Allah Seine Gaben an uns beständig machen.
Mögen wir zu jenen gehören, die auf diesem Weg dauerhaft standhaft bleiben, inschaAllah.
2026-05-14 - Dergah, Akbaba, İstanbul
وَنَفۡسٖ وَمَا سَوَّىٰهَا (91:7)
فَأَلۡهَمَهَا فُجُورَهَا وَتَقۡوَىٰهَا (91:8)
Allah hat den Menschen mit einem Ego erschaffen.
Die Weisheit dahinter kennt nur Er.
Er tut niemandem Unrecht.
Jeder Mensch hat ein Ego, etwas in seinem Inneren, dem Er sowohl das Gute als auch das Böse eingegeben hat.
Wer sein Ego beherrscht, der reinigt es, sagt Allah.
Wer das nicht tut und seinem Ego folgt, der verliert.
Wer seinem Ego folgt, wird verlieren.
Die Weisheit und der Wille Allahs übersteigen den menschlichen Verstand.
Er tut niemandem Unrecht.
Es gibt den freien Willen; jeder Mensch besitzt ihn.
Allah hat dem Menschen diesen freien Willen verliehen.
Man kann in beide Richtungen gehen.
Wer sein Ego beherrscht, wird gerettet.
Wer sich jedoch von seinem Ego leiten lässt, erlangt keine Rettung.
Sein Ende wird kein gutes sein.
Deshalb tun manche alles Mögliche und behaupten hinterher: "Das war eben unser Schicksal, es sollte so sein, so ist es nun mal gekommen."
Kannst du etwa in deinem Schicksal lesen?
Woher willst du wissen, was geschehen wird?
Nein, da versucht man nur, sich auf seine eigene Weise herauszureden.
Wenn Allah es will, kann der Mensch sein Ego erziehen, auf dem geraden Weg voranschreiten und zu jemandem werden, den Allah liebt.
Wer hingegen seinem Ego und dem Satan folgt, wird zu deren Sklaven.
Auch sein Ende wird kein gutes sein.
Dieser Weg, der Weg des Egos, ist kein guter Weg.
Wer sein Ego beherrscht und so voranschreitet, befindet sich auf einem schönen Weg und erlangt das Heil.
Auch wenn es schwerfällt... Denn sich gegen das eigene Ego zu stellen und ihm zuwiderzuhandeln, ist nicht einfach.
Das Ego sehnt sich nach Bequemlichkeit und neigt viel eher zum Schlechten.
Doch genauso wie ein wildes Tier gezähmt wird, lässt sich auch das Ego erziehen.
Am Ende führt dies zu einem wunderbaren Ergebnis: Der Mensch gewinnt sowohl das Diesseits als auch das Jenseits.
Denn Menschen, die ihrem Ego hinterherjagen, vollbringen auch im Diesseits nichts Gutes.
Sie bringen ihren Mitmenschen keinen Nutzen.
Die Menschen haben sie nicht gern; sie sehen nur das Schlechte in ihnen.
Ein Mensch hingegen, der sein Ego beherrscht, ist bei seinen Mitmenschen beliebt; er tut nichts anderes als Gutes.
Möge Allah uns alle zu jenen gehören lassen, die ihr Ego erziehen, inschaAllah.
2026-05-13 - Dergah, Akbaba, İstanbul
فَعَّالٞ لِّمَا يُرِيدُ (85:16)
In einem edlen Koranvers heißt es: „Er tut, was Er will.“
Allah, der Allmächtige und Erhabene, muss niemanden fragen, was Er tun oder lassen soll.
Er tut, was Er will.
Daher bringt es niemandem etwas, angesichts der Geschehnisse ständig zu fragen: „Warum ist das passiert, warum geschieht das?“
Anders verhält es sich jedoch, wenn man aus einer guten Absicht heraus fragt.
Man darf durchaus fragen: „Welche Weisheit verbirgt sich dahinter?“
Aber aus einer auflehnenden Haltung heraus „Warum?“ zu fragen, bringt absolut nichts.
Es bringt einem nichts als Schaden.
Es ist schädlich, denn es wird zur Gewohnheit, und man fängt an, allem zu widersprechen.
Man akzeptiert dann überhaupt nichts mehr.
Und diese ständige Ablehnung zerstört letztendlich den Glauben des Menschen, möge Allah uns bewahren.
Allah hat alles auf die beste und schönste Weise erschaffen.
Da diese Welt natürlich ein Ort der Prüfung ist, sind bestimmte Dinge für den Gläubigen ein Segen.
Für Ungläubige hingegen sind sie kein Segen.
Selbst wenn jemand ohne Glauben unter den besten Bedingungen lebt, ist das letztlich nicht zu seinem Guten.
Es ist lediglich eine Frist, die Allah ihnen gewährt; damit sie noch maßloser werden und noch mehr Sünden begehen, sodass...
أَنَّمَا نُمۡلِي لَهُمۡ خَيۡرٞ لِّأَنفُسِهِمۡۚ إِنَّمَا نُمۡلِي لَهُمۡ لِيَزۡدَادُوٓاْ إِثۡمٗاۖ وَلَهُمۡ عَذَابٞ مُّهِينٞ (3:178)
...damit sie eine noch härtere Strafe und schlimmere Qualen erwartet. Manche Dinge sind für Ungläubige also kein Segen, sondern vielmehr ein Übel.
Wahrer Segen ist nur für den Gläubigen bestimmt.
Alles Sichtbare und Unsichtbare ist zum Wohl des Gläubigen.
Für jemanden ohne Glauben bringt selbst das scheinbar Beste keinerlei Nutzen.
Allah lässt ihnen freien Lauf, damit sie noch maßloser werden und noch mehr Unrecht begehen. Genau so verhält es sich mit der aktuellen Lage in der Welt.
Man könnte meinen, alles liege in den Händen der Bösen.
Doch in Wahrheit liegt alles in der Hand Allahs.
Allah gewährt ihnen diesen Spielraum, damit sie die volle Strafe für ihre Taten erhalten.
„Begeht nur noch mehr Unrecht und Böses – eure Strafe wird am Ende umso härter ausfallen.“
Möge Allah uns davor bewahren.
Deshalb, wie bereits erwähnt: Werdet nicht zu jemandem, der sich ständig beschwert, der allem widerspricht und immer dagegen ist.
Man muss sich verinnerlichen, dass nur das geschieht, was Allah will.
Ein Mensch mit Glauben muss sich dessen bewusst sein.
Möge Allah uns einen wahrhaftigen Glauben schenken, inschaAllah.
2026-05-12 - Dergah, Akbaba, İstanbul
In allem, was Allah erschaffen hat, liegt eine tiefe Weisheit; seine vollkommenste Schöpfung ist jedoch der Mensch.
Ihm hat Er eine herausragende Stellung verliehen.
Körperlich ist der Mensch zwar schwächer als viele andere Geschöpfe, aber durch den Verstand, den Allah ihm gegeben hat, kann er alles bewältigen.
Nichts ist also vor dem Menschen sicher. Obwohl er physisch vielleicht am schwächsten ist, ist er allen anderen Geschöpfen weit überlegen und beherrscht sie.
Aus genau diesem Grund hat Allah uns diesen Körper in seiner Weisheit anvertraut.
Der Mensch tut gut daran, auf seine Ernährung zu achten und ein gesundes Leben zu führen.
Das steht auch im Einklang mit den Geboten Allahs.
Auch die Anweisung unseres Propheten (sallAllahu aleyhi wa sallam) geht in diese Richtung: "Bleibt gesund und achtet auf eure Gesundheit."
Unsere Gesundheit hängt natürlich stark von dem ab, was wir essen und trinken.
Gleichzeitig ist es jedoch unerlässlich, sich aktiv vor Krankheiten zu schützen.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) hat zwei Behandlungsmethoden besonders empfohlen:
Zum einen das Ausbrennen (Kauterisieren) und zum anderen das Schröpfen (Hijama).
Das Ausbrennen funktionierte so: Wenn früher jemand verwundet wurde, drückte man ein heißes Eisen auf die Wunde, um sie zu verschließen.
Darüber hinaus gab es früher Heiler, die diese Methode für sämtliche Krankheiten anwandten. Heute gibt es solche Experten aber wohl kaum noch.
Egal um welche Krankheit es sich handelte, sie brannten die betroffene Stelle mit einem heißen Gegenstand aus, woraufhin die Krankheit verschwand.
Doch selbst wenn dieses Wissen heute noch irgendwo existiert, ist es äußerst selten geworden. Kaum jemand beherrscht es noch.
Die zweite Methode ist das Schröpfen (Hijama).
Beim Schröpfen wird das unreine Blut im Körper durch leichtes Erwärmen und den Unterdruck eines Glases nach außen gezogen.
Diese Methode ist in letzter Zeit regelrecht zum Trend geworden.
Sie hat sich stark verbreitet; jeder wendet sie an, unabhängig davon, ob er sich wirklich damit auskennt oder nicht.
Dabei ist Blut etwas sehr Wertvolles. Es ist lebenswichtig, kann aber eben auch unrein sein.
Mit "unrein" ist gemeint: Wenn Blut austritt, muss man sich waschen und reinigen. Gelangt es auf die Kleidung, muss diese gewaschen werden.
Dieses sogenannte "unreine Blut" ist rituell unrein (Nadschis), also schmutzig, da es allerlei Erreger enthält.
Man muss extrem aufpassen, dass keine Krankheiten von einer Person auf eine andere übertragen werden.
Es gibt zahlreiche durch Blut übertragbare Krankheiten. Ausgetretenes Blut gilt daher nicht als rein, sondern als unrein.
Zudem kann der menschliche Körper dieses Blut nicht vollständig von selbst reinigen.
Sobald ein Mensch die 30 überschritten hat – sei es mit 30, 40 oder 50 –, empfiehlt es sich, einmal im Jahr Hijama machen zu lassen.
Heutzutage nimmt einfach jeder eine Pumpe in die Hand, behauptet "Ich mache Hijama" und legt los.
Mit einer einfachen Pumpe funktioniert das jedoch nicht, denn sie saugt das gesamte Blut ab, egal ob sauber oder unrein.
Blut ist extrem kostbar. Überlegt mal, wie viel Nahrung der Körper aufnehmen muss, um auch nur einen einzigen Tropfen Blut zu produzieren.
Deshalb ist Behutsamkeit geboten. Es geht darum, gezielt nur das abgesetzte, unreine Blut abzusaugen. Das erreicht man durch Vakuum und Wärme, nicht durch bloßes Pumpen.
Echte Hijama-Experten wissen das.
Leider ist heute Bequemlichkeit eingekehrt: Man setzt einfach die Pumpe an und rühmt sich dann: "Schau mal, wie viel unreines Blut herauskam!" Das ist eine völlig falsche Methode.
Auch für diese Behandlung gibt es den richtigen Zeitpunkt.
Die optimalen Jahreszeiten dafür sind der Frühling und der Herbst.
Es gibt bestimmte Sammelpunkte für Blut am Rücken und am Kopf; von dort wird es entnommen.
Dafür braucht es ausgebildete Meister. Es gibt bestimmte Tage und Uhrzeiten dafür; nicht jeder Beliebige sollte diese Behandlung durchführen.
Man sollte sich niemals von Leuten Blut abnehmen lassen, die man nicht kennt und deren Fähigkeiten man nicht vertraut.
Man muss äußerst wachsam sein. Gerade heutzutage wimmelt es überall von Bakterien und Krankheiten.
Aus dem Wunsch heraus, gesund zu werden, macht man am Ende alles nur noch schlimmer.
Unser Körper ist schließlich ein uns anvertrautes Gut (Amana), eine Leihgabe Allahs.
Jede Blutentnahme muss daher behutsam und unter hygienischen Bedingungen erfolgen, damit sie der Person auch wirklich Heilung bringt.
Andernfalls richtet sie mehr Schaden als Nutzen an – möge Allah uns davor bewahren.
Wie gesagt, die besten Zeiten für das Schröpfen sind der Frühling und der Herbst.
Mit Frühling meinen wir dabei nicht unbedingt März oder April, sondern eher Mai, Juni; und im Herbst Monate wie Oktober oder November. Es sollte einmal jährlich erfolgen.
Nur bei dringendem Bedarf kann man es auch ein zweites Mal machen lassen.
Neuerdings gibt es aber auch die Mode, sich einmal im Monat schröpfen zu lassen...
Das ist nicht gut. Werden einem jeden Monat solche Blutmengen entnommen, leidet man bald an Blutarmut.
Und Blutarmut ist definitiv nicht gesund.
Blut wird tief in den Knochen, im Mark, gebildet... Die perfekte Erschaffung des Menschen durch Allah ist einfach unbegreiflich.
Für alles gibt es eine richtige Herangehensweise. Wenn man – inschaAllah – auf die richtigen Tage und Zeiten achtet, wird man auch Heilung und Gesundheit finden.
Möge Allah uns allen ein Leben in bester Gesundheit und Glauben schenken, inschaAllah.
2026-05-12 - Bedevi Tekkesi, Beylerbeyi, İstanbul
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: اتقوا النار ولو بشق تمرة.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Schützt euch vor dem Höllenfeuer, und sei es nur mit einer halben Dattel als Almosen.«
Das bedeutet: Almosen (Sadaqa) schützen den Menschen im Diesseits vor Bösem, Krankheit und Unheil, und im Jenseits vor der Hölle.
Sagt also nicht: »Das ist zu wenig oder zu viel«, sondern spendet einfach. Was ist schon eine halbe Dattel? Es ist kaum etwas, doch selbst das bewahrt euch vor der Hölle.
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: اتقوا النار ولو بشق تمرة وان لم تجدوا فبكلمة طيبة.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Schützt euch vor der Hölle, und sei es nur mit einer halben Dattel. Wenn ihr selbst das nicht habt, dann mit einem guten Wort.«
Früher hatten die Menschen oft gar nichts zu essen – nicht mal eine ganze oder halbe Dattel. Wenn euch also jemand um etwas bittet, so erfreut wenigstens sein Herz mit einem freundlichen Wort.
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: اجعل بينك وبين النار حجابا ولو بشق تمرة.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt weiter: »Errichtet eine Schranke zwischen euch und der Hölle, und sei es nur mit einer halben Dattel.« Diese Spende dient als Schutzschild, damit ihr nicht ins Feuer fallt.
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: ارضخي ما استطعت ولا توعي فيوعي الله عليك.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Spende, so viel du kannst. Horte dein Vermögen nicht, sonst wird auch Allah Seine Gaben vor dir zurückhalten.«
Unser Prophet rät uns also, nach unseren eigenen Möglichkeiten zu spenden. Niemand muss sich überfordern. Doch wer seinen Reichtum hortet, dem verwehrt auch Allah Seine Gaben. Je mehr du spendest, desto sicherer erhältst du den Lohn dafür, und deine Versorgung wird niemals abreißen.
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: اعطي ولا توكي فيوكى عليك.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) wandte sich an Asma, die Tochter Abu Bakrs, und sagte: »O Asma! Sei nicht geizig und halte dein Vermögen nicht zurück, damit Allah Seine Wohltaten nicht auch vor dir zurückhält.«
Je geiziger du bist, desto weniger wirst du empfangen, und der Segen wird ausbleiben.
»Wenn du gibst, wird stets Neues folgen«, sagt unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam).
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: اعلموا انه ليس منكم من احد الا مال وارثه احب اليه من ماله، مالك ما قدمت ومال وارثك ما اخرت.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Wisst, dass jeder von euch das Vermögen seiner Erben mehr liebt als sein eigenes.«
Das bedeutet: Aus irgendeinem Grund hängt der Mensch mehr an dem Reichtum, den er seinen Erben hinterlassen wird.
Dabei gehört dieses Vermögen eigentlich gar nicht ihm, sondern den Erben. Trotzdem liebt er es, gibt es nicht aus und spart es für sie auf.
Dein wahres Vermögen ist das, was du ins Jenseits vorausgeschickt hast. Das Vermögen deiner Erben ist das, was du auf dieser Welt zurücklässt.
Deine Spenden für das Jenseits sind also dein wahrer Reichtum, der dir dorthin folgt. Was du deinen Erben hinterlässt, bleibt auf der Welt und bringt dir im Jenseits keinen Nutzen mehr.
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: ان الله تعالى يدخل بلقمة الخبز وقبضة التمر ومثله مما ينفع المسكين ثلاثة الجنة، صاحب البيت الامر به والزوجة المصلحة والخادم الذي يناوله المسكين.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Wahrlich, der erhabene Allah lässt wegen eines Bissens Brot, einer Handvoll trockener Datteln oder Ähnlichem, was einem Bedürftigen nützt, drei Personen ins Paradies eintreten.«
Unser Prophet meint damit: Wenn aus einem Haushalt Essen, Fleisch, Wasser oder etwas anderes als Almosen gespendet wird, gelangen dadurch drei Personen ins Paradies.
Erstens das Familienoberhaupt, das die Spende anordnet. Zweitens die Hausfrau, die das Essen zubereitet, und drittens die helfende Person, die es dem Bedürftigen überbringt.
So groß sind die Vorzüge des Spendens (Sadaqa).
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: ان الله يقبل الصدقة وياخذها بيمينه فيربيها لاحدكم كما يربي احدكم مهره حتى ان اللقمة لتصير مثل جبل احد.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Der erhabene Allah nimmt die Spende an und empfängt sie mit Seiner Rechten« – also mit vollkommenem Wohlwollen.
Allah ist natürlich frei von menschlichen Eigenschaften. Dies ist metaphorisch gemeint und zeigt, dass Er die Spende mit größtem Wohlgefallen annimmt.
Er lässt den Lohn für dieses Almosen heranwachsen, genauso wie jemand sein kleines Fohlen großzieht.
Wer also etwas spendet, dessen Gabe wird bei Allah liebevoll gehütet und vermehrt.
Wie man ein neugeborenes Fohlen aufzieht, so vermehrt Allah den Lohn für einen einzigen Bissen, bis er die Größe des Berges Uhud erreicht.
Selbst die kleinste Spende wächst bei Allah ins Unermessliche. Der Uhud ist schließlich ein riesiger Berg im gesegneten Medina.
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: ان الصدقة لتطفئ غضب الرب وتدفع ميتة السوء.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Das Spenden von Almosen löscht den Zorn des Herrn und bewahrt vor einem schlimmen Tod.«
Almosen zu geben ist sehr wichtig, denn es besänftigt den Zorn Allahs.
Egal, wie viele Sünden man begangen hat: Durch diese Spenden vergibt Allah die Sünden, Sein Zorn verfliegt, und Er bewahrt einen vor einem bösen Ende.
قال رسول الله صلى الله عليه وسلم: ان الصدقة لتطفئ عن اهلها حر القبور وانما يستظل المؤمن يوم القيامة في ظل صدقته.
Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagt: »Gewiss löscht die Sadaqa das Feuer ihres Spenders im Grab.«
Möge Allah uns bewahren, aber das Grab kann zu einer Grube der Hölle werden. Doch die Sadaqa löscht selbst dieses Feuer.
Und am Tag des Jüngsten Gerichts wird der Gläubige im Schatten seiner eigenen Spenden Zuflucht finden.
Denn an jenem Tag gibt es weder Bäume noch sonst etwas, das Schatten spendet. Nur wer gläubig ist und gespendet hat, findet unter dem Schatten seiner Sadaqa Schutz.
2026-05-10 - Lefke
عَسَى أَن تَكْرَهُواْ شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَّكُمْ وَعَسَى أَن تُحِبُّواْ شَيْئًا وَهُوَ شَرٌّ لَّكُمْ وَاللّهُ يَعْلَمُ وَأَنتُمْ لاَ تَعْلَمُونَ (2:216)
Allah sagt: „Ihr wünscht euch vielleicht manche Dinge, doch sie könnten gar nicht gut, sondern schlecht für euch sein.“
Dinge, in denen ihr Gutes seht, können schlecht für euch sein und am Ende nichts Gutes bringen.
Ebenso können Dinge, die euch als schlecht erscheinen, in Wahrheit gut für euch sein.
Der Mensch kann Allahs Weisheit nicht erfassen. Man muss sich Allahs Bestimmung fügen, denn es liegt nicht in unserer Hand.
Der Mensch soll sich anstrengen, arbeiten und sich bemühen; doch der Erfolg kommt allein von Allah.
Wenn es Allahs Wille und Gebot ist, wird diese gute Sache für euch in Erfüllung gehen.
Es kann aber auch sein, dass diese Sache nicht gut, sondern schlecht ist. Und wenn sie dann nicht eintritt, seid ihr traurig.
Dabei liegt darin überhaupt kein Gutes, sondern Schlechtes; diese Angelegenheit bringt euch keinen Nutzen.
Deshalb ist die vollkommene Hingabe an Allah so wichtig.
Für Muslime, und insbesondere für die Leute der Tariqa, ist diese Hingabe von größter Bedeutung.
Hingabe bedeutet: Natürlich wirst du arbeiten und dein Bestes tun. Danach aber überlässt du die Sache Allah und sagst: „Was Allah will, das geschieht.“
Du machst Dua und sagst: „Möge Allah mir das Beste geben. Wenn es schlecht ist, möge Er es von mir fernhalten; wenn es gut ist, möge Er es vollenden, inschaAllah.“
Alles geschieht durch Bittgebete. Man sollte seine Angelegenheiten immer mit der Bismillah und mit Bittgebeten beginnen.
Am wichtigsten sind natürlich unsere Gottesdienste: Die von Allah befohlenen Pflichten wie das Gebet, das Fasten und die Hadsch.
Aktuell befinden wir uns ohnehin in der Hadsch-Zeit; die Hadsch-Saison steht vor der Tür.
Selbst wenn man jetzt noch gehen wollte – wenn Allah es will, ist natürlich alles möglich –, ist es unter normalen Umständen sehr schwer, dieses Jahr noch zur Hadsch zu reisen.
Die Hadsch ist ebenfalls ein Befehl Allahs, ein Gottesdienst, der für uns Pflicht (Fard) ist.
Für Menschen, die über die finanziellen Mittel und die Gesundheit verfügen, ist es eine Pflicht, sie zu vollziehen.
Natürlich ist die Hadsch ein beschwerlicher Gottesdienst.
Die Hadsch ist wahrscheinlich sogar der beschwerlichste aller Gottesdienste.
Viele Menschen glauben, die Hadsch sei leicht.
Wenn wir an Fasten, Gebet und Zakat denken... Dem Ego mag die Zakat zwar schwerer fallen, aber im Vergleich zu Gebet und Fasten ist die Hadsch ein ziemlich anstrengender Gottesdienst.
Früher reisten die Menschen zu Fuß, auf dem Kamel, zu Pferd oder über das Meer zur Hadsch.
Damals gab es weder Autos noch Flugzeuge.
Die Reise dauerte oft Monate.
Als ob die Härte des Weges nicht genug wäre, gab es auch noch Wegelagerer. Sie töteten die Pilger und raubten sie aus. Das war ein weiteres großes Problem.
Heute sagt man zwar, die Bedingungen seien bequem, aber es gibt immer noch Beschwernisse.
Selbst wenn ihr mit den luxuriösesten Mitteln reist, bringt euch das Fahrzeug nur bis zu einem bestimmten Punkt.
Danach sagen manche Leute: „Wir haben so viel Geld bezahlt, wie könnt ihr uns hier absetzen? Es sind noch zwei Stunden Fußweg!“
Du hast zwar bezahlt, aber die Lage ist nun mal so; du hast keine andere Wahl, keinen anderen Weg.
Du wirst diese Strapazen trotzdem auf dich nehmen müssen.
Für die einen sind diese Strapazen geringer, für die anderen größer.
Doch bei der Hadsch gibt es definitiv immer Beschwernisse.
Für die Pilger ist dies eine Prüfung Allahs; eine Gunst von Ihm, damit ihr noch mehr Lohn und Belohnung erlangt.
Wenn du deine Hadsch ohne böse Worte und ohne Sünden zu begehen abschließt, verdienst du dir damit die Belohnung für die Gottesdienste deines gesamten Lebens.
Du gewinnst an Lohn und Belohnung sogar noch weitaus mehr als das.
Wie gesagt, ist die Hadsch anstrengend. Wenn du dir aber sagst: „Ich bin auf Hadsch im ehrwürdigen Mekka“, dann aber nur auf deinem Zimmer sitzt und dort betest, verlierst du sehr viel.
Denn ein Gebet an der ehrenwerten Kaaba ist so viel wert wie hunderttausend Gebete.
In einem ganzen Leben kannst du vielleicht keine hunderttausend Gebete verrichten, aber dort erlangst du diesen Lohn mit einem einzigen Gebet.
Ebenso ist ein Gebet im erleuchteten Medina tausendfach verdienstvoller als deine normalen Gebete.
Deshalb sollte man darauf ganz besonders achten.
Du reist nicht dorthin, um dich auszuruhen oder Urlaub zu machen.
Vielleicht übernachtest du in einem Fünf-Sterne-Hotel, zumal die ehrenwerte Kaaba ohnehin nur zwei Schritte entfernt ist.
Andere, die unter normalen Umständen reisen, müssen eine bis anderthalb Stunden laufen, um dorthin zu gelangen.
Also geh morgens hin und bete. Geh mittags wieder hin, bleibe bis zum Nachtgebet und verrichte alle deine Gottesdienste dort.
Sei nicht faul und denke dir nicht: „Ich bleibe lieber im Hotel, bete dort und mache es mir bequem.“
Wie gesagt, die Hadsch ist mit Strapazen verbunden. Egal wie luxuriös die Bedingungen sind, man wird diese Beschwernisse früher oder später spüren.
Gerade wegen dieser auf sich genommenen Mühen wird der Lohn und die Belohnung von Allah umso reicher ausfallen.
Allah gibt jedem seinen Lohn und seine Belohnung in vollem Maße.
Wie gesagt: Für alle, die die Mittel dazu haben, ist die Hadsch von großer Bedeutung.
Früher gab es solche Quoten und Hindernisse nicht. Heute jedoch gibt es sie, und man kann nicht mehr so einfach reisen.
Allerdings waren die Hindernisse früher noch viel gravierender.
Unter den damaligen Bedingungen bestand die Gefahr, auf dem Weg sein Leben zu verlieren.
Die heutigen Hindernisse bestehen lediglich darin, dass es heißt: „Dein Name wurde nicht gezogen, du musst bis nächstes Jahr warten.“
Im nächsten Jahr schaust du nach, und wieder wurdest du nicht gezogen.
Das darauffolgende Jahr, fünf Jahre, zehn Jahre... und so wartest du weiter.
Dieses Jahr konnten viele Glaubensgeschwister erst nach 15 Jahren Wartezeit zur Hadsch reisen.
Neulich erzählte mir jemand, es gäbe Leute, die schon seit 18 Jahren warten und deren Namen immer noch nicht gezogen wurden.
Wenn Allah es für jemanden bestimmt hat, dann gewährt Er es ihm auch.
Was diejenigen betrifft, deren Namen nicht gezogen wurden: Aufgrund ihrer aufrichtigen Absicht schreibt Allah ihnen, inschaAllah, jedes Jahr den Lohn für die Hadsch gut.
Möge Allah uns allen diesen Lohn und diese Belohnungen zuteilwerden lassen.
Wer bereits die Hadsch vollzogen hat, muss nicht noch ein zweites Mal gehen. Die Hadsch ist nur einmal im Leben Pflicht; ein zweites Mal ist nicht zwingend erforderlich.
Viele Menschen vollziehen die Umra, noch bevor sie ihre Hadsch-Pflicht erfüllt haben.
Wir raten davon ab: Macht es nicht so. Spart euer Geld unbedingt für die Hadsch. Wenn sie euch gewährt wird, reist ihr zuerst dorthin.
Legt euer Geld für die Hadsch zurück. Wenn ihr zur Hadsch fahrt, nutzt ihr dieses Geld; sollte danach noch etwas übrig bleiben, könnt ihr damit zur Umra reisen.
Macht es keinesfalls andersherum. Wenn ihr das Hadsch-Geld für die Umra ausgebt und dann bei der Hadsch-Auslosung gezogen werdet, steht ihr mit leeren Händen da.
Möge Allah es jedem gewähren, der es sich wünscht, inschaAllah.
2026-05-09 - Lefke
Allah, der Erhabene und Allmächtige, spricht:
مَا قَدَرُواْ ٱللَّهَ حَقَّ قَدۡرِهِ (22:74)
Sie haben Allah nicht gebührend gewürdigt.
Der Mensch hat die Erhabenheit und Größe Allahs nicht begriffen.
Sie haben Ihn überhaupt nicht zu würdigen gewusst.
Nach eigenem Ermessen beteten die einen Götzen an, andere wiederum Menschen, oder den Mond und die Sonne.
Manche wiederum glaubten an gar nichts.
Sie verkannten Allahs wahren Wert und beteten stattdessen Dinge an, die sie sich selbst ausgedacht hatten – sie folgten ihren Begierden und den Teufeln.
Sie haben die Wahrheit und den wahren Weg verlassen.
Sie sind auf völlig falsche Irrwege abgedriftet.
Sie sagten sich: „Dieser war ein großer Mann, jener ein unbedeutender; er lebte vor tausend oder fünftausend Jahren“ und beteten diese an. Doch Allah, den Erhabenen, dem allein Anbetung gebührt, haben sie nicht angebetet.
Sie haben Ihm nicht gedient.
Die Dinge, die sie anbeten, sind völlig nutzlos.
Sie bringen weder Nutzen noch fügen sie Schaden zu.
Genau genommen schaden sie dir sogar; denn indem du sie anbetest, schadest du dir letztlich nur selbst.
Materiell gesehen stehen sie einfach nur da; sie können sich weder bewegen, noch dir irgendwie von Nutzen sein.
Der Schaden, von dem wir hier sprechen, ist nicht materieller Natur, sondern ein gewaltiger spiritueller Schaden.
Dieser spirituelle Schaden stürzt den Menschen ins absolute Verderben.
Daran gibt es absolut nichts zu rechtfertigen.
Niemand kann die Erhabenheit Allahs vollständig begreifen, doch der Mensch muss sie als solche anerkennen und akzeptieren.
Wenn auf der Welt Dinge geschehen oder die Menschen von einem Schicksalsschlag getroffen werden, wenden sich nur die wenigsten Allah zu.
Ganz im Gegenteil: Viele lehnen sich gegen Allah auf.
Sie rebellieren und fragen: „Warum geschieht das?“
Sie sagen: „Warum passiert das? Wozu diese Ungerechtigkeit? Was ist das für ein Leid, das uns widerfährt?“
Hör auf, dich in Allahs Angelegenheiten einzumischen. Du kannst dich auf dieser Welt ja nicht einmal in die Arbeit eines Bürgermeisters, eines Premierministers oder eines Präsidenten einmischen.
Wenn das schon bei weltlichen Dingen so ist und dein Verstand nicht einmal dafür ausreicht – wie kannst du dich dann in die Angelegenheiten Allahs einmischen wollen, der das gesamte Universum erschaffen hat?
Es ist Allah, der Erhabene, der alles in Seiner grenzenlosen Weisheit und Barmherzigkeit erschaffen hat.
Du hast kein Recht, Ihn infrage zu stellen.
Ihn zu hinterfragen, ist die größte Respektlosigkeit. Es schadet dir nur selbst und bringt dir rein gar nichts.
Ergib dich einfach; „Aslim taslam“, das heißt: Tritt in den Islam ein, damit du Frieden und Heil findest.
Denn schon die früheren Propheten brachten den Islam. Doch die Menschen haben diese Religionen verfälscht und den Propheten nach eigenem Ermessen Dinge angedichtet, indem sie behaupteten: „Dieser Prophet hat dies getan, jener Prophet hat jenes getan.“
Letztlich haben sie sich gegen Allah aufgelehnt und sind dem Unglauben verfallen.
Deshalb findet nur der Muslim wahre Rettung.
Alles geschieht exakt so, wie Allah es will.
Nichts geschieht ohne Seinen Willen.
Lehnt euch deshalb nicht auf und beschwert euch nicht.
Wenn ihr etwas tun wollt, dann betet einfach zu Ihm.
Betet, damit Allah euch Frieden und Heil schenkt.
Möge Allah uns bald jene Person senden, die uns erlösen wird, ganz so, wie es unser Prophet (sallallahu aleyhi wa sallam) verkündet hat.
Wenn Hz. Mahdi (Aleyhisselam) kommt, wird die volle Wahrheit ans Licht kommen; die Unterdrückung wird enden und die Welt wird von Schönheit erfüllt sein.
Unsere Aufgabe ist es, geduldig auf ihn zu warten.
Wir haben keinen Grund, uns gegen irgendetwas aufzulehnen.
Rebelliere, so viel du willst – was denkst du, wer sich darüber freuen wird?
Einzig und allein der Teufel wird sich darüber freuen.
Der Einzige, der dabei verliert, bist du selbst, niemand sonst.
Denn selbst wenn sich das gesamte Universum vereinen und gegen Ihn stellen würde, könnte das Allah, dem Erhabenen, nicht im Geringsten schaden oder Ihn in irgendeiner Weise beeinflussen.
Wer bist du schon, dass du solchen Unsinn redest, dich für etwas Besonderes hältst und dich gegen deinen Schöpfer auflehnst?
Darauf müssen wir sehr achten. Heutzutage ist das zur Mode und bei vielen zur Gewohnheit geworden. Unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit fragen sie: „Warum verhindert Allah all dieses Böse nicht?“
Dabei liegt in allem, was Allah erschaffen hat, eine tiefere Weisheit. Jedes Ereignis hat seine vorbestimmte Zeit und seinen Sinn.
Möge Allah uns alle vor dem Übel unseres eigenen Egos bewahren.
Möge Allah uns vor solchen Übeln und vor schlechten Menschen beschützen, inschaAllah.