السلام عليكم ورحمة الله وبركاته أعوذ بالله من الشيطان الرجيم. بسم الله الرحمن الرحيم. والصلاة والسلام على رسولنا محمد سيد الأولين والآخرين. مدد يا رسول الله، مدد يا سادتي أصحاب رسول الله، مدد يا مشايخنا، دستور مولانا الشيخ عبد الله الفايز الداغستاني، الشيخ محمد ناظم الحقاني. مدد. طريقتنا الصحبة والخير في الجمعية.

Mawlana Sheikh Mehmed Adil. Translations.

Translations

2026-08-07 - Dergah, Akbaba, İstanbul

"Macht es leicht und erschwert es nicht." (Yassiru wala tuassiru) Allah, der Allmächtige und Erhabene, möchte, dass es leicht ist. Er sagt: Macht es nicht unnötig schwer. Die Religion bringt Erleichterung, sie bedeutet Leichtigkeit. Allah hat der Menschheit den Islam im Einklang mit ihrer natürlichen Veranlagung herabgesandt. Daher muss diese Religion leicht sein, damit die Menschen auf dem Weg Allahs voranschreiten können. Manchmal haben die Menschen Angst und fragen sich, was eine Tariqa eigentlich ist. Wenn sie das Wort Tariqa hören, glauben sie, sie müssten sich Steine auf den Rücken laden und schleppen. Doch dem ist nicht so. Wir tun genau dasselbe wie jeder andere Muslim auch. Das Einzige, was wir zusätzlich tun, ist, uns einem Murshid (spirituellen Lehrer) anzuvertrauen. Denn die Tariqa ist ein Weg, der bis in die Zeit unseres Propheten (Friede und Segen seien auf ihm) zurückreicht. „Tariq“ bedeutet wörtlich übersetzt schlicht „Weg“. Ein Mensch, der diesen Weg richtig beschreitet, gelangt mit Allahs Erlaubnis ins Paradies – ganz ohne Zwang und ohne Schlechtes zu tun. Mit Allahs Erlaubnis ist dieser Weg etwas Wunderschönes und keine Last. Jeder Muslim verrichtet seine Gebete und fastet. Jemand, der einer Tariqa angehört, tut dies auch, achtet dabei aber noch stärker auf die Sunnah. Außerdem hilft er anderen aufrichtig auf dem Weg, den Allah, der Allmächtige und Erhabene, uns vorgegeben hat. Er handelt nicht nach eigenem Ermessen, sondern folgt dem Weg gemäß den Regeln und der Etikette (Adab) des Islam. Genau das ist es. Das ist die Tariqa. Manche Menschen halten es für etwas Furchtbares, wenn sie das Wort Tariqa hören, und wollen sich davon fernhalten. Dabei bietet die Tariqa in Wahrheit Schutz. Der Unterschied zwischen einer Tariqa und einer Jamaat (Gruppierung) ist enorm. Bei einer Jamaat weiß oft nur Allah, wie sie entstanden ist, was dort getan wird und ob ihre Absichten unaufrichtig oder schlecht sind. Da dort vieles vom Ego gesteuert wird, weisen solche Gemeinschaften zwangsläufig Mängel auf. Genau deshalb ist die Tariqa so wichtig. Ein Mensch, der den Weg der Tariqa beschreitet, befindet sich mit Allahs Erlaubnis auf dem Weg der Wahrheit und kommt nicht davon ab. Und der Weg der Wahrheit ist der Weg Allahs. Möge Allah euch alle segnen, inschaAllah. Und auch alle anderen, denn dieser Weg ist ein großes Geschenk, eine wahre Fügung. Möge Allah dies jedem zuteilwerden lassen, inschaAllah.

2026-08-06 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Unser Prophet, Allahs Segen und Frieden seien auf ihm, sprach: "Ad-dallu ala'l-khayri ka failihi." Wer andere auf etwas Gutes hinweist oder den Weg dorthin aufzeigt, ist wie derjenige, der diese gute Tat selbst vollbracht hat. Unser Prophet, Allahs Segen und Frieden seien auf ihm, sagt: Wer seinen Mitmenschen Gutes tut, Anlass für Wohltaten ist, ihnen hilft oder andere zur Hilfe bewegt, erhält denselben Lohn wie derjenige, der die Tat selbst vollbringt. Denn das größte Ziel eines Muslims ist es, seinen Mitmenschen von Nutzen zu sein. Das eigentliche Ziel des Islam ist es, der gesamten Menschheit Gutes zu tun und Barmherzigkeit zu erweisen. Allah, der Erhabene und Allmächtige, hat den Islam herabgesandt, damit er nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren, der Umwelt und der gesamten Schöpfung Gutes bringt. Im Islam gibt es nichts Böses, im Islam gibt es nur Gutes und Schönes. Deshalb erhält im Islam derjenige, der den Weg zum Guten weist, denselben Lohn wie derjenige, der die gute Tat lernt und ausführt, wie unser Prophet, Allahs Segen und Frieden seien auf ihm, sagt. Seine Worte sind voller Segen. Wenn Menschen diese guten Taten vollbringen wollen, gibt der Teufel natürlich keine Ruhe, denn das passt ihm nicht. Er will weder, dass Gutes gezeigt, noch dass Gutes getan wird. Der Teufel will, dass immer nur Böses geschieht, dass Streit und Chaos herrschen und es absolut keinen Frieden gibt. Deshalb bedrängt und attackiert er diejenigen, die Gutes tun. Aber ein Mensch, der sich auf dem Weg Allahs befindet, schenkt dem keine Beachtung und setzt seinen Weg fort. Er erwartet von niemandem Dank. Er erwartet auch von niemandem lobende Worte. Alles, was er tut, tut er nur für das Wohlgefallen Allahs. Er sagt sich: "Wir tun es für das Wohlgefallen Allahs. Wem es gefällt, dem gefällt es – und wem nicht, dem eben nicht." Wenn Allah, der Erhabene und Allmächtige, mit uns zufrieden ist, ist alles andere unwichtig. Möge das Wohlgefallen Allahs stets mit uns sein. Mögen wir stets Wegbereiter für das Gute sein, inschaAllah.

2026-08-05 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Unser Prophet (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) sagt: مَنْ أَحْيَا سُنَّتِي عِنْدَ فَسَادِ أُمَّتِي فَلَهُ أَجْرُ مِائَةِ شَهِيدٍ Aw kama qal - Falls ich mich im genauen Wortlaut geirrt habe, war das zumindest der Sinn seiner Worte. Unser Prophet sagt: „Wer meine Sunnah wiederbelebt, wenn meine Umma vom rechten Weg abgekommen ist, der erhält den Lohn von hundert Märtyrern.“ Die Sunnah unseres Propheten (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) umfasst all das, was er selbst getan und vorgelebt hat. Das dürfen wir nicht vergessen. Die Anhänger der Tariqa befolgen diese Sunnah nach besten Kräften. Es gibt jedoch auch Menschen, die die Sunnah ablehnen. Sie bezeichnen sich zwar als Muslime, sagen aber über unseren Propheten (Allahs Segen und Friede seien auf ihm): „Der Prophet war auch nur ein Mensch wie wir, man muss seiner Sunnah nicht folgen.“ Ihrer Kleidung nach würde man sie für Muslime halten, doch ihr Verhalten hat mit muslimischem Auftreten überhaupt nichts zu tun. Sie stellen Dinge als Sunnah dar, die gar keine sind. Und andere ahmen sie in dem Glauben nach, es sei Sunnah, und bemühen sich, es ihnen gleichzutun. Das offensichtlichste Beispiel dafür ist: Wenn sich diese Menschen zum Gebet aufstellen, spreizen sie ihre Beine viel zu weit – mit der Begründung, sie müssten den Fuß ihres Nebenmannes berühren. Das hat absolut nichts mit der Sunnah zu tun. Die Sunnah im Gebet ist es, Schulter an Schulter zu stehen, nicht Fuß an Fuß. Nach der hanafitischen Rechtsschule sollte der Abstand zwischen den Füßen höchstens fünf bis zehn Zentimeter betragen. Bei den Schafiiten kann er etwas größer sein, aber – Allah bewahre – man spreizt die Beine nicht komplett, als würde man sich erleichtern wollen. So ist es nicht. Das ist keine Sunnah und hat auch nicht im Entferntesten etwas damit zu tun. Daran erkennt man am deutlichsten die Leute, die die Sunnah ablehnen. Das als Sunnah auszugeben und den Menschen so weiszumachen, ist eine Sünde. Denn unser Prophet (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) hat dies weder selbst getan, noch hat er es angeordnet. Er hat vielmehr angewiesen, dass sich beim Gemeinschaftsgebet die Schultern in der Reihe berühren sollen. Wenn man alleine betet, ist das natürlich nicht nötig. Dann steht jeder einfach für sich an seinem Platz. Aber beim Pflichtgebet (Fard) geht es darum, mit den Schultern eine geschlossene Reihe zu bilden, nicht Fuß an Fuß zu stehen. Sie nennen es „Sunnah“ und führen die Leute in die Irre. Zur Sunnah gehört es auch, den Kopf zu bedecken. Frauen müssen ohnehin ein Kopftuch tragen, aber auch Männer sollten eine Takke (Kappe) aufsetzen – das ist die Sunnah. Die noch nachdrücklichere Sunnah ist der Turban, aber solche Leute würden im Leben keinen Turban tragen. Höchstens werfen sich einige von ihnen ein Tuch über den Kopf wie die Frauen und geben das dann als Sunnah aus. Die Sunnah ist es, eine Takke zu tragen. Unser Prophet nannte es „Kalansuwa“, was Takke bedeutet. Das Binden eines Turbans ist die Form der Sunnah, die sogar noch mehr Lohn einbringt. Jemand, der der Sunnah folgt, achtet auf diese Dinge. Aber im Namen der Sunnah die Füße so weit wie möglich zu spreizen und dabei einen seltsamen Anblick zu bieten, das ist ganz sicher keine Sunnah. Der Kopf unbedeckt, der Bart eine Handbreit lang, kein Schnurrbart, die Hosen bis zu den Knien ... Das ist keine Sunnah; so sieht die Sunnah nicht aus. Die Sunnah ist der wunderschöne Weg, den uns unser Prophet (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) gewiesen hat. Wer ihm folgt, braucht ohnehin nichts anderes. Sich hinzustellen und Erlaubtes (Halal) als Verbotenes (Haram) zu deklarieren, ist ebenfalls eine große Sünde. Daher sehe ich leider manchmal, dass sogar einige unserer Brüder ihre Füße so spreizen. Sie waren vielleicht auf der Umrah oder dem Haddsch, haben es dort gesehen und sich gedacht: „Das ist also der Islam, man muss seine Beine so spreizen.“ Dem ist aber nicht so, ganz und gar nicht. Seid achtsam. Achtet genau darauf, was wirklich Sunnah ist und was nicht. Dieses Verhalten ist typisch für diejenigen, die die Sunnah ablehnen und unserem Propheten (Allahs Segen und Friede seien auf ihm) keinen Respekt erweisen. Folgt ihnen nicht und haltet euch von ihnen fern. Ahmt sie nicht nach, sondern versucht, unserem Propheten zu ähneln. Unser Prophet sagt dazu Folgendes: مَنْ تَشَبَّهَ بِقَوْمٍ فَهُوَ مِنْهُمْ „Wer ein Volk (eine Gruppe) nachahmt, der gehört zu ihnen.“ Möge Allah uns bewahren und vor ihrem Übel schützen. Das Übel des Satans ist groß; er lässt das Gute als schlecht und das Schlechte als gut erscheinen. Möge Allah uns bewahren und uns allen Wachsamkeit schenken.

2026-08-04 - Dergah, Akbaba, İstanbul

„Ismau wa'u... fantaffiu.“ Hört und versteht. Wenn ihr es versteht, werdet ihr davon profitieren. Das ist kein Hadith, sondern vermutlich ein Ausspruch von Sayyidina Abu Bakr oder Sayyidina Uthman. Denn die Menschen hören zwar zu, aber sie verstehen nicht. Sie reden nur, ohne aus dem Gesagten einen Nutzen zu ziehen. Deshalb besagen diese gesegneten Worte: „Hört und versteht.“ Handelt nicht, ohne zu verstehen. Wenn ihr versteht, werdet ihr echten Nutzen aus dem Gehörten ziehen. Die meisten Menschen kommen nur, um das zu sagen, was sie bereits im Kopf haben. Dabei verstehen sie weder, was ihr Gegenüber sagt, noch ziehen sie einen Nutzen daraus. Wenn ihr also andere um Rat, Wissen oder eine Meinung bittet, dann hört genau zu und versucht, es zu begreifen. Das Verständnis macht die Dinge viel einfacher. Ihr solltet nicht darauf schauen, was ihr hören wollt, sondern darauf, was notwendig ist. Die Menschen haben sich heutzutage in feste Denkmuster verrannt und erwarten, dass ihr Gegenüber genau dasselbe sagt. Wenn der andere zustimmt, ist für sie alles in Ordnung. Dabei verstehen sie selbst oft gar nicht, was sie reden, was sie wollen, was sie fragen oder welche Antwort sie bekommen. Selbst wenn es ihre eigene Idee ist, wissen sie oft nicht einmal, was diese überhaupt bedeutet. Deshalb muss man aufmerksam sein. Man muss das Gesagte wirklich begreifen. Nur wenn man es versteht, zieht man Nutzen daraus; versteht man es nicht, ist es völlig nutzlos. Deshalb gibt es diese Lektionen. Allah, Azza wa Jalla, hat den majestätischen Koran herabgesandt; es ist ein gesegnetes und heiliges Wort, das Wort Allahs, Azza wa Jalla. Um ihn richtig zu verstehen, braucht man unbedingt einen Scheich oder einen Gelehrten. Du kannst ihn nicht einfach nach deinen eigenen Vorstellungen auslegen. Heutzutage tauchen einige Besserwisser auf und sagen: „Wir lesen und verstehen das selbst, es braucht keine Madhhab und keine Tariqa, wir verstehen das von ganz allein.“ Aber das kannst du nicht. Wie schon gesagt: Du verstehst weder, was du fragst, noch die Antwort, die du darauf bekommst. Du reimst dir etwas zusammen und behauptest: „Ich habe es verstanden“, doch das sind lediglich Einflüsterungen des Satans. Möge Allah uns davor bewahren. Möge Allah uns zu denjenigen machen, die wahrhaftig verstehen. Mögen sich unser Verstand und unser Herz öffnen. Man muss nicht nur mit dem Verstand, dem Intellekt und dem Kopf begreifen, sondern auch mit dem Herzen. Möge Allah unser aller Herzen öffnen, damit wir, inschaAllah, die Wahrheit erkennen.

2026-08-04 - Dergah, Akbaba, İstanbul

بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ. قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «فِي كُلِّ ذَاتِ كَبِدٍ حَرَّى أَجْرٌ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: Jedes durstige Lebewesen zu tränken – im Arabischen spricht man bei großem Durst von dem, „dessen Leber brennt“ –, genau diesem Wasser zu geben, ist eine Sadaqa (Spende/Almosen). Und das ist eine gewaltige Sadaqa. Die größte Sadaqa ist es, Wasser zu spenden. Das gilt nicht nur für Menschen: Auch Tieren, Insekten – allem, was existiert, ob gut oder schlecht – Wasser zu geben, ist eine Sadaqa. قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «كُلُّ سُلَامَى مِنَ النَّاسِ عَلَيْهِ صَدَقَةٌ، كُلَّ يَوْمٍ تَطْلُعُ فِيهِ الشَّمْسُ تَعْدِلُ بَيْنَ الِاثْنَيْنِ صَدَقَةٌ، وَتُعِينُ الرَّجُلَ عَلَى دَابَّتِهِ فَتَحْمِلُهُ عَلَيْهَا أَوْ تَرْفَعُ لَهُ عَلَيْهَا مَتَاعَهُ صَدَقَةٌ، وَالْكَلِمَةُ الطَّيِّبَةُ صَدَقَةٌ، وَكُلُّ خُطْوَةٍ تَخْطُوهَا إِلَى الصَّلَاةِ صَدَقَةٌ، وَتُمِيطُ الْأَذَى عَنِ الطَّرِيقِ صَدَقَةٌ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Für jedes einzelne Gelenk des Menschen muss an jedem Tag, an dem die Sonne aufgeht, eine Sadaqa gegeben werden. Wenn wir heute den Leuten sagen: „Gib Sadaqa“, antworten sie oft: „Ich spende doch schon, jeden Monat oder einmal die Woche, tausend oder fünftausend Lira.“ Dabei ist es notwendig, für jeden einzelnen Tag zu spenden. Man muss ja keine fünftausend geben, vielleicht reichen auch hundert Lira am Tag. Wenn man das finanziell nicht kann, dann – so unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) – muss man diese Sadaqa auf andere Weise erbringen. Zwischen zwei Menschen gerecht zu vermitteln, ist eine Sadaqa. Das heißt, wenn zwei Leute dich als Streitschlichter hinzuziehen: Fair zu entscheiden, wer im Recht und wer im Unrecht ist, und die Wahrheit zu sprechen, ist eine Sadaqa. Sadaqa bedeutet also nicht nur, Geld zu spenden. Selbst das hier ist eine Sadaqa. Jemandem beim Aufsteigen auf sein Pferd zu helfen... Früher war es oft schwer, auf ein Pferd zu steigen. Ihm dabei zu helfen, den Sattel oder die Zügel zu halten, zählt für dich bereits als Sadaqa. Oder ihm zu helfen, seine Last aufzuladen, ist ebenfalls eine Sadaqa. Es ist schwer, ein Reittier alleine zu beladen. Wenn man die Last auf der einen Seite hochhebt, muss auf der anderen Seite jemand gegenhalten. Genau dabei zu helfen, ist auch eine Sadaqa, sagt unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam). Ein freundliches Wort ist eine Sadaqa. Das bedeutet: Jemanden zu grüßen, nette Worte zu sprechen, sich nach dem Befinden zu erkundigen – all das ist eine Sadaqa. Auch das wird dir als die Sadaqa angerechnet, die für die Gelenke deines Körpers zu entrichten ist. Jeder Schritt, den du zum Gebet gehst, ist eine Sadaqa. Egal, ob die Moschee hundert oder zweihundert Schritte entfernt ist, all diese Schritte zählen als Sadaqa. Da jeder einzelne Schritt gilt, sind diese drei-, vier- oder fünfhundert Schritte, die du dorthin machst, eine einzige große Sadaqa. Jemandem den Weg zu zeigen, ist eine Sadaqa. Jemand fragt dich nach einer Adresse und du zeigst ihm den Weg. Wenn du ihm das freundlich erklärst, ist das eine Sadaqa. Hindernisse oder Gefahren aus dem Weg zu räumen, ist eine Sadaqa. Wie zum Beispiel? Einen Stein, einen Erdhaufen, Dornen oder Ähnliches... Diese vom Weg zu entfernen, wird als Sadaqa gezählt, sagt unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam). قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «كُلُّ قَرْضٍ صَدَقَةٌ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Jedes Verleihen ist eine Sadaqa. Man nennt das auch „Qard al-Hasan“ – ein gutes Darlehen, das um Allahs willen gewährt wird. Auch wenn du das Geld zurückbekommst, es also keine reine Spende ohne Gegenleistung ist, zählt allein das Verleihen als Sadaqa. قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «كُلُّ مَعْرُوفٍ صَدَقَةٌ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Jede gute Tat ist eine Sadaqa. Es gibt viele gute Taten. Jede Art von Güte – den Eltern, den Kindern, den Nachbarn und den Mitmenschen Gutes zu tun – zählt als Sadaqa. Es gibt also nichts, was vergebens wäre. Für einen Muslim, für einen Gläubigen, geht nichts verloren. All das wird bei Allah als Sadaqa, als Segen, gute Tat und Belohnung niedergeschrieben. قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «كُلُّ مَعْرُوفٍ صَنَعْتَهُ إِلَى غَنِيٍّ أَوْ فَقِيرٍ فَهُوَ صَدَقَةٌ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Jede gute Tat, die du Menschen erweist – ob sie reich oder arm sind – ist eine Sadaqa. Man sollte also nicht denken: „Er ist reich. Wenn ich ihm Gutes tue, zählt das nicht als Sadaqa.“ Doch, auch das zählt. Jede gute Tat wird als Sadaqa anerkannt. قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «كُلُّ مَعْرُوفٍ صَدَقَةٌ، وَالدَّالُّ عَلَى الْخَيْرِ كَفَاعِلِهِ، وَاللَّهُ يُحِبُّ إِغَاثَةَ اللَّهْفَانِ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Jede gute Tat ist eine Sadaqa. Es gibt Hunderte, Tausende Arten von guten Taten. Jede einzelne von ihnen ist eine Sadaqa, sagt unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam). Wer den Weg zum Guten weist, ist wie derjenige, der das Gute tut. Das heißt, wenn du jemand anderen zu einer guten Tat inspirierst – sei es ein Gebet um Allahs willen, ein Bittgebet oder eine Hilfeleistung –, bekommst du denselben Lohn wie derjenige, der sie ausführt. Allah liebt es, wenn man jemandem hilft, der nicht mehr weiterweiß. Wer jemandem in einer Notlage beisteht, der verzweifelt ist und eine schwere Prüfung durchmacht, den liebt Allah, sagt unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam). قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «مَنْ مَنَحَ مَنِيحَةَ وَرِقٍ، أَوْ مَنِيحَةَ لَبَنٍ، أَوْ أَهْدَى زُقَاقًا، فَهُوَ كَعِتْقِ نَسَمَةٍ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Wer sein Tier verleiht, damit jemand dessen Milch nutzt, wer jemandem in Not Geld leiht oder einer verirrten Person den Weg zeigt, der erhält so viel Lohn, als hätte er einen Sklaven befreit. Damals liehen die Menschen Tiere aus – heute melkt natürlich kaum noch jemand selbst, man kauft die Milch im Karton. Um Allahs willen kümmerte sich eine arme Person um das Tier, nutzte dessen Milch, und wenn es versiegte, gab er es dem Besitzer zurück. Der Lohn für jemanden, der so handelt, der jemandem Geld leiht oder einer verirrten Person den Weg weist, ist gewaltig. Es ist, als hätte er einen Sklaven befreit. Einen Sklaven zu befreien, gehört zu den allergrößten guten Taten. Natürlich sollten die Menschen heutzutage so handeln, wie unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) es zu Beginn dieses Sadaqa-Themas befohlen hat. Zuallererst sollte man auf den eigenen Lebensunterhalt und den seiner Familie achten und nur das Übrige spenden – ohne sich Geld von anderen zu leihen und sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Wenn danach noch etwas übrig bleibt und die andere Person wirklich bedürftig ist, dann gibt man es. Man darf nicht so denken: „Ich leihe mir Geld, mache riesigen Profit, leihe mir noch mehr, um es ihm zu geben, und der betreibt dann eine ‚Farm‘.“ Mit dieser Farm meine ich aber keinen Bauernhof mit vierbeinigen Schafen. Ich rede von diesen Bitcoin- und Krypto-Farmen. Diese Zweibeiner, die sich damit befassen, treiben ihre Familien in den Ruin. Sie gehen hin und leihen sich Geld von anderen. Solchen Leuten sollte man überhaupt kein Geld leihen. Wer spielt, an der Börse spekuliert oder mit solch unsinnigen Dingen wie Krypto-Coins hantiert, dem gibt man kein Geld. Gegen echte Ziegen sage ich nichts, ihr könnt gerne losziehen und Ziegen kaufen. Aber leiht auf gar keinen Fall jemandem Geld, der abhängig von Drogen und Pillen ist. Oft kommen Leute und fragen: „Was sollen wir tun?“ Ich antworte: „Gebt ihnen kein Geld.“ Was wird er machen, wenn man ihm kein Geld gibt? Er kann sich dieses Teufelszeug einfach nicht kaufen. Dann sagen sie: „Aber dann wird er wütend auf uns.“ Lass ihn doch wütend sein! „Er wird sterben“, sagen sie. Dann soll er sterben, das ist besser für ihn. Wenigstens geht er dann sauber aus dieser Welt, ohne noch mehr Sünden anzuhäufen. Lasst uns das hier ganz offen aussprechen. Nicht nur unsere Türkei, die ganze Welt leidet unter diesem Problem. Je mehr ihr dem Ego einer solchen Person nachgebt, desto schlimmer macht ihr die Situation. Er ist ohnehin schon am Boden zerstört. Lass dich nicht mit ihm gemeinsam ins Verderben stürzen, mein Bruder. Das Thema Sadaqa ist genau so zu verstehen, wie unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) es von Anfang an erklärt hat: Alles, was du zuerst für dich und deine Familie ausgibst, ist bereits eine Sadaqa. Versorge zuerst sie, danach kannst du dich um die anderen kümmern. Wenn deine eigene Familie bedürftig ist, solltest du nicht sagen: „Dieses Kind da weint, ich will ihm helfen“, und dadurch zwar einem anderen helfen, dich selbst aber in den Abgrund stürzen. Lasst uns darauf achten. Wir leben in einer furchtbaren Zeit, es ist nicht mehr wie früher. Die Menschen früher hielten ihr Wort, sie hatten Einfühlungsvermögen und Barmherzigkeit. Es gab noch ein Gefühl von Scham und Anstand – heute ist davon nichts mehr übrig. Die Jugendlichen belästigen schamlos ihre Mütter, Väter und Familien mit den Worten: „Ich will Geld machen, gebt ihr mir Geld!“ Möge Allah sie rechtleiten. قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «مَنْ مَنَحَ مَنِيحَةً غَدَتْ بِصَدَقَةٍ وَرَاحَتْ بِصَدَقَةٍ صَبُوحُهَا وَغَبُوقُهَا.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Das Tier, das jemand verleiht, damit man seine Milch nutzt, bringt ihm morgens und abends den Lohn einer Sadaqa ein. Wie bereits erwähnt, egal ob es ein Schaf oder eine Ziege ist: Wer es verleiht, damit dessen Milch genutzt wird, erhält morgens und abends den Lohn einer Sadaqa, solange das Tier gemolken wird. قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «خَيْرُ الصَّدَقَةِ الْمَنِيحَةُ، تَغْدُو بِأَجْرٍ وَتَرُوحُ بِأَجْرٍ.» Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: Die beste Sadaqa ist das verliehene Milchtier. „Es zieht mit Lohn hinaus und kehrt mit Lohn (Segen) zurück“, sagt unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam). Wie gesagt, es handelt sich um ein verliehenes Tier – das kann ein Schaf, eine Ziege oder eine Kuh sein. Die Armen und Bedürftigen kümmerten sich um das Tier, nutzten seine Milch, und das deckte all ihre Bedürfnisse. Früher galt jemand, der ein oder zwei Kühe hatte, als reich. Heute hingegen müht sich jemand mit zweihundert Kühen nur im Mist ab und verdient dabei fast gar nichts. Sie haben die Welt ruiniert. Sie haben keinen Segen übrig gelassen, nichts ist geblieben. Möge Allah ihren wahren Besitzer senden. Damit jener alte Segen wiederkehrt. Mögen bessere Zeiten anbrechen, inschaAllah.

2026-08-03 - Dergah, Akbaba, İstanbul

وَقِهِمُ ٱلسَّيِّـَٔاتِۚ وَمَن تَقِ ٱلسَّيِّـَٔاتِ يَوۡمَئِذٖ فَقَدۡ رَحِمۡتَهُ (40:9) Allah, der Erhabene und Mächtige, lehrt uns im Edlen Koran zu beten: Bewahre uns vor Sünden. Wer vor Sünden bewahrt wird, hat Seine Barmherzigkeit erlangt. Er ist von der Barmherzigkeit Allahs umgeben. Denn jeder Mensch ist anfällig dafür, Sünden zu begehen. Es gibt kleine und große Sünden. Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: „Kullu bani Adama hattaun.“ Das bedeutet, dass jeder Mensch Fehler macht und sündigt. Aber die Besten unter ihnen sind diejenigen, die bereuen und um Vergebung bitten. Wenn ihr auf die Straße geht, seht ihr überall Menschen, die sündigen. Fühlt euch ihnen gegenüber aber nicht überlegen. Ihr seid schließlich keine Engel. Allah ist es, der euch beschützt, wenn Er es will. Deshalb bitten wir stets um Seinen Schutz. Möge Allah uns vergeben, denn wir sind ebenfalls Sünder. Möge Er uns zu denen zählen, die ihre Sünden erkennen, bereuen und um Vergebung bitten. Schaut nicht auf die Taten anderer und denkt: „Ich bin besser als sie.“ Möge Allah uns davor bewahren. Solange ein Mensch lebt, kann ihm alles Mögliche widerfahren. Unsere Vorfahren sagten bereits: „Nimm den Mund nicht zu voll, indem du sagst: ‚Ich bin dies, ich bin das.‘“ Wer so hochmütig redet, merkt gar nicht, wie ihn ein Unheil trifft, und geht in seiner Unachtsamkeit zugrunde. Möge Allah uns davor bewahren. Lasst uns nicht in Unachtsamkeit verfallen. Wir sollten unsere eigenen Schwächen kennen, um unserem Ego (Nafs) nicht zum Opfer zu fallen. Sagt niemals: „Ich bete so viel, ich stehe nachts zum Gebet auf – aber schau dir diese Leute an, sie amüsieren sich nur. Ich bin besser als sie.“ Denn all das ist lediglich eine Gnade, die Allah euch gewährt hat. Allah, der Erhabene und Mächtige, kann diese Gnade ebenso gut ihnen zuteilwerden lassen. Er kann eure Rollen jederzeit tauschen. Möge Allah uns davor bewahren. Deshalb sollte jeder fortwährend seine eigenen Fehler bereuen und um Vergebung bitten. Jeder sollte auf sich selbst schauen und sich nicht zu sehr in das Leben der anderen einmischen. Möge Allah uns allen vergeben. Fühlt euch niemandem überlegen und begegnet niemandem mit Hochmut. Möge Allah uns bewahren. Möge Allah uns vor Sünden beschützen. Wer vor Sünden bewahrt wird, hat die wahre Rettung erlangt. Möge Allah der Ummah des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) beistehen. Möge Er uns einen Retter senden, damit wir uns inschaAllah aus dieser Lage befreien können.

2026-08-02 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Möge unsere Zusammenkunft gesegnet sein. Dies ist eine gesegnete Gemeinschaft. Wir kommen so zusammen, wie Allah es liebt, um Sein Wohlgefallen zu erlangen. Und Sein Wohlgefallen ruht auf uns. Dies sind Zusammenkünfte des Wissens. Wir sind hier, um nach Allahs Wohlgefallen zu streben. Wer Rat sucht, wird hier Rat finden. Dieser Rat wird allein um Allahs willen erteilt. Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte: "Ad-dinu nasiha"; die Religion ist aufrichtiger Rat. Sie dient dazu, den rechten Weg und das Gute aufzuzeigen. Darum ist es Pflicht (Fard), an solchen Zusammenkünften teilzunehmen und nach Wissen zu streben. Es ist eine Pflicht für jeden Muslim. Es ist für uns Pflicht, von der Wiege bis zur Bahre nach Wissen zu streben. Ob man an Wissenskreisen teilnimmt oder den Rat anderer annimmt: All das macht einen zum Schüler des Wissens. Ein Schüler des Wissens zu sein, ist ein großer Vorzug. Dafür muss man jedoch die richtige Absicht fassen. Ohne die richtige Absicht geschieht nichts. Unsere Absicht sollte es sein, um Allahs willen das Gute und unsere Religion zu erlernen. Unseren Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam), seine Gefährten und seine Familie zu lieben – all das ist Wissen. Zu erkennen, was schlecht und verboten ist, gehört ebenfalls zum Wissen. Wir sollten gute Ratschläge bestmöglich annehmen. Ein echter Rat wird stets um Allahs willen erteilt. Doch es gibt viele Menschen, die sich nicht gerne belehren oder beraten lassen. Warum ist das so? Weil das Ego (Nafs) Ermahnungen und das Gute nicht sonderlich mag. Das Ego ist ungezähmt. Wenn es nicht erzogen wird, flieht es ständig vor gutem Rat. Egal, was man ihm sagt, es wehrt sich dagegen. Aber auch das Ego lässt sich erziehen. Die Erziehung des Nafs ist möglich. Während der Satan nicht erzogen werden kann, ist dies beim Ego durchaus möglich. In jedem Menschen wirken der Satan, das Ego, weltliche Begierden und Leidenschaften (Hawa). Diesen Einflüssen darf man nicht nachgeben. Der Satan flüstert uns schlechte Dinge ein – wir dürfen niemals auf ihn hören. Egal, wie sehr man sich bemüht: Man kann den Satan nicht erziehen. Aber man kann sein eigenes Ego erziehen. Wie funktioniert das? Indem man sich von schlechten Dingen fernhält, wird das Ego nach und nach gezähmt. Doch selbst wenn es erzogen ist, lauert das Ego weiterhin auf eine Gelegenheit. Man muss stets auf der Hut sein, denn es wird wieder versuchen, sich aufzulehnen und Schlechtes zu tun. Wenn man sich in falscher Sicherheit wiegt und sagt: "Mein Ego ist nun besiegt", wird es einen im Nu zu Fall bringen. Möge Allah uns davor bewahren. Möge Allah uns allen die Gnade erweisen, Ratschläge anzunehmen und inschaAllah danach zu handeln. Um unser Ego zu besiegen, ist es unerlässlich, guten Rat anzunehmen. Möge Allah unser Helfer sein, inşallah. InschaAllah werden wir alle auf diesem Weg standhaft bleiben und so auch zur Rechtleitung anderer beitragen.

2026-08-01 - Dergah, Akbaba, İstanbul

فَأَمَّا مَن طَغَىٰ (٣٧) وَآثَرَ الْحَيَاةَ الدُّنْيَا (٣٨) فَإِنَّ الْجَحِيمَ هِيَ الْمَأْوَىٰ (٣٩) (79:37-39) Allah, Azza wa Jalla, sagt: Wer das Diesseits dem Jenseits vorzieht, dessen Endstation ist die Hölle. Das Diesseits ist vergänglich. Das Jenseits hingegen ist ewig; es hat kein Ende. Wer also das Diesseits dem Jenseits vorzieht, der folgt lediglich seinem Ego. Dieses Ego stürzt den Menschen ins Verderben. Denn egal, wie viel der Mensch auf dieser Welt leidet: Alles hier hat ein Ende. Das Jenseits aber ist endlos. Wer ins Paradies eingeht, wird dort für immer bleiben. Und wer in die Hölle eingeht – Allah bewahre –, wird ebenfalls für immer dort bleiben. Das Leben im Jenseits ist ewig. Manche Menschen wollen das jedoch nicht wahrhaben. Sie sagen sich in ihrer eigenen Vorstellung: „Es gibt keine Ewigkeit“, und halten stattdessen irdische Dinge für ewig. Sie verschließen sich der Wahrheit, die Allah, Azza wa Jalla, offenbart und verkündet hat. Doch die Ewigkeit gibt es wirklich. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Nicht diese Welt ist entscheidend, sondern das Jenseits. Deshalb sagt unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam): „Das Diesseits vergeht wie ein Wimpernschlag.“ Und genauso ist es auch. Die Jahre vergehen, und der Mensch fragt sich erstaunt: „War mein Leben wirklich so kurz?“ Er fragt sich: „Wo ist die Zeit nur geblieben? Wie schnell sie doch verflogen ist!“ Genau aus diesem Grund sagt unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam): „Das Diesseits dauert nicht einmal einen Wimpernschlag.“ Das bedeutet: Im Vergleich zum Jenseits ist diese Welt ein reines Nichts. Alles, was man erlebt, kommt und geht wieder vorbei. Das Einzige, was wirklich zählt, ist das Jenseits. Natürlich gibt es viele unwissende Menschen. Manche denken sich: „Das Leben vergeht ohnehin. Lasst uns die Zeit nutzen, unserem Ego so viel wie möglich nachgeben und tun, worauf wir Lust haben.“ Das Leben ist im Nu vorbei. Deshalb glauben sie: Je mehr sie sich amüsieren und je mehr sie ihrem Ego dienen, desto besser für sie. So reden sie sich ein, sie hätten ihre Zeit „nicht verschwendet“. Dabei ist ein solches Leben absolut leer. Besser gesagt: Sie füllen ihr Leben nicht nur mit Leere, sondern mit Schlechtem. Es wäre ja noch schön, wenn sie einfach nur mit leeren Händen ins Jenseits gehen würden – aber nicht einmal das ist der Fall. Denn für ihre Sünden, das Verbotene und all ihre Taten werden sie im Jenseits zur Rechenschaft gezogen. Wenn sie diese Welt als Ungläubige verlassen – Allah bewahre –, erwartet sie eine ewige Strafe. Verlassen sie sie als Gläubige, werden sie ihre Strafe verbüßen und am Ende doch ins Paradies eingehen; aber schon ein winziger Moment der Strafe dort fühlt sich an wie ein ganzes Leben. Eine hier vergeudete Zeit wiegt im Vergleich zum Jenseits so schwer wie der Verlust eines ganzen Lebens. Darum muss man sehr achtsam sein und genau das tun, was dem Ego schwerfällt. Man darf seinem Ego nicht nachgeben. Man muss vom falschen Weg umkehren. Man muss sich von schlechten Dingen fernhalten. Heutzutage verfallen viele Menschen schlechten Gewohnheiten und suchen sich schlechten Umgang, nur um ihr Ego zu befriedigen und glücklich zu machen. Sie tun Schlechtes, einzig und allein, um ihr Ego zu stillen. Das hat jedoch keinerlei Nutzen. Im Gegenteil, es bringt nur endlosen Schaden. Allah bewahre. Möge Allah uns alle davor beschützen, unserem Ego zu folgen und Schlechtes zu tun. Möge Allah uns alle beschützen, inschaAllah.

2026-07-31 - Dergah, Akbaba, İstanbul

وَهُوَ ٱلْخَلَّـٰقُ ٱلْعَلِيمُ (36:81) Allah, Azza wa Jalla, ist der Schöpfer. Er ist der Allwissende. Er ist es, der tut, was Er will – Allah, Azza wa Jalla. Daher wurde jeder Mensch und jedes Lebewesen auf dieser Welt mit der Erlaubnis und dem Willen Allahs erschaffen. Manche Menschen fragen: "Warum hast Du mich erschaffen?" Du wurdest erschaffen, weil Allah es so gewollt hat. Du bist nicht aus eigenem Willen, sondern durch den Willen Allahs auf diese Welt gekommen. Manche sagen: "Wir haben schon viele Kinder, lass uns verhüten, damit wir keine weiteren bekommen." Und plötzlich stellen sie fest, dass sie doch noch ein Kind erwarten. Es gibt keinen Grund, sich darüber aufzuregen oder wütend zu werden. Es bedeutet einfach, dass Allah, Azza wa Jalla, wollte, dass es auf die Welt kommt. Egal, wie sehr du verhütest, und egal, ob du es willst oder nicht: Dieser Mensch wird auf die Welt kommen, geboren werden und heranwachsen. Ob er ein guter oder schlechter Mensch wird, liegt ebenfalls in der Bestimmung Allahs. Aber wer auf die Welt kommen soll, wird es auch. Niemand kann ein Leben verhindern, das Allah beschlossen hat zu erschaffen. Niemand kann seine Geburt aufhalten. Heutzutage ist der Glaube der Menschen leider sehr schwach geworden, fast schon auf dem Nullpunkt. Deshalb geraten sie bei einer unerwarteten Schwangerschaft in Panik und fragen sich: "Was sollen wir nur tun? Wie sollen wir dieses Kind versorgen?" Dabei ist Allah, Azza wa Jalla, der wahre Versorger. Die Versorgung jedes Menschen, wann er geboren wird und wann er stirbt – all das bestimmt der Wille Allahs, Azza wa Jalla. Zerbrich dir darüber nicht den Kopf. Vertraue auf Allah. Wenn etwas geschehen soll, dann geschieht es. Und wenn nicht, dann ist auch das die Bestimmung Allahs, Azza wa Jalla. Doch wenn etwas bereits geschehen ist, müssen wir es annehmen. Wir danken Allah und beten darum, dass es gut für uns ist und kein Unheil bringt. Möge Allah uns bewahren, denn heutzutage gibt es viele schlechte Menschen. Ein Großteil der Menschen auf dieser Welt bringt leider Schlechtes und Unheil mit sich. Deshalb müssen wir viel dafür beten, dass das neu geborene Leben ein Segen wird. Wir müssen beten, dass dieses Kind ein wahrhaftiger Diener wird – ein Diener, den Allah liebt. Man sollte sich nicht in weltlichen Sorgen verlieren und sich fragen: "Wird das Kind studieren? Was soll aus seiner Zukunft werden?" Das Wichtigste überhaupt ist, dass es ein guter Mensch und ein von Allah geliebter Diener wird. Heutzutage sind die Menschen fast wie aus einer Form gegossen – alle gleich. Als müssten sie alle unbedingt studieren und genau denselben Weg gehen... Die paar Dinge, die sie in der Schule lernen, sind ohnehin immer dieselben. Und selbst das lernen sie oft nur mit Müh und Not, unter Zwang. Könnte man alles nur durch Schulbildung erreichen, dann könnte niemand überleben, der nie eine Schule besucht hat. Alles geschieht nach dem Willen Allahs. Die Versorgung, die einem Diener zusteht, ist bereits bei Allah niedergeschrieben. Mit dieser Versorgung lebt er, und so kommen wir in dieser Welt zurecht. Wie gesagt, das Wichtigste ist, dass wir gute Menschen sind. Möge Allah uns zu diesen guten Menschen zählen. InschaAllah wird Er all unsere Nachkommen und die Kinder aller Muslime zu guten Menschen machen. Möge Er uns alle vor Unheil und Schlechtem bewahren, inschaAllah.

2026-07-30 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) beschreibt die Endzeit. Die Fitna (Versuchungen und Wirren) wird ein solches Ausmaß annehmen, dass er sagt: „...ka kita'il laylil muzlim“, was so viel bedeutet wie „wie eine dunkle Nacht...“ Unser Prophet sagt, es wird viele Fitnas geben, die wie Stücke einer finsteren Nacht sind. Man fragt sich fassungslos: „Wie können solche Dinge nur geschehen!“ Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) hat dies mit seinen gesegneten Worten zum Ausdruck gebracht. Prophetentum bedeutet auch, vorherzusehen, was in der Zukunft geschehen wird. Alles, was unser Prophet gesagt und angekündigt hat, ist eingetreten und hat sich bewahrheitet. Letztendlich hat er genau die Zeit beschrieben, in der wir heute leben. Diese Fitnas, diese Unruhen, der Zustand der Welt und der Menschen machen einen wirklich sprachlos. Überall herrscht Fitna. Es gibt keinen Ort mehr, der davon verschont bleibt. Ob in muslimischen oder nicht-muslimischen Ländern – diese Fitna ist allgegenwärtig. Deshalb muss man wachsam sein und sich bewusst machen: „Wir befinden uns in der Endzeit.“ Schon vor über tausend Jahren sagten die gesegneten Gelehrten: „Hadha zamanu's-sukut wa mulazamatu'l-buyut.“ „Es ist die Zeit, zu schweigen und zu Hause zu bleiben“, sagten sie. Das bedeutet, dass man sich vor der Fitna nur im eigenen Zuhause schützen kann. Deshalb muss man bei den Menschen und seinem Umfeld sehr vorsichtig sein... In einem völlig unerwarteten Moment kann von überall her Unheil drohen. Das ist die Fitna der Endzeit. Wenn du jedoch bei Allah Zuflucht suchst, wirst du, inschaAllah, vor ihrem Übel bewahrt. Gewiss, wer bei Allah Zuflucht sucht, dem wird geholfen; Allah wird ihm beistehen. Möge Allah uns daher vor den Fitnas und dem Übel unserer Zeit beschützen. Möge Allah den Menschen Verstand und Einsicht schenken. Mögen sie ihr Ego zügeln. Mögen sie nicht dem Satan folgen. Mögen sie nicht blind allem glauben, was sie hören. Der Weg, auf den man vertrauen sollte, ist der Weg der Scharia und der Tariqa. Man sollte nichts anderem Beachtung schenken, um nicht der Fitna zum Opfer zu fallen. Möge Allah uns beschützen. Das gilt für alle, ob groß oder klein, mit Kind und Kegel... Niemand darf sagen: „Ich bin erwachsen und vor der Fitna sicher, der Satan kann mich nicht in die Irre führen.“ Der Satan kann jeden täuschen. Genau deshalb müssen wir bei Allah Zuflucht suchen. Wer bei Allah Zuflucht sucht, wird mit Seiner Erlaubnis errettet. Möge Allah euch alle beschützen; möge Er uns vor all diesen Fitnas und Übeln bewahren.