السلام عليكم ورحمة الله وبركاته أعوذ بالله من الشيطان الرجيم. بسم الله الرحمن الرحيم. والصلاة والسلام على رسولنا محمد سيد الأولين والآخرين. مدد يا رسول الله، مدد يا سادتي أصحاب رسول الله، مدد يا مشايخنا، دستور مولانا الشيخ عبد الله الفايز الداغستاني، الشيخ محمد ناظم الحقاني. مدد. طريقتنا الصحبة والخير في الجمعية.

Mawlana Sheikh Mehmed Adil. Translations.

Translations

2026-05-20 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Zwietracht zu säen, ist keine gute Sache. Selbst wenn es auf den ersten Blick richtig erscheint, ist Zwietracht etwas Schlechtes. Manche Dinge sollte man besser lassen, selbst wenn man im Recht ist. Es ist nicht richtig, immer alles stur nach dem eigenen Kopf durchsetzen zu wollen. Was euer Scheich, euer Wegweiser euch sagt – das ist der wahre Weg. Um ein Beispiel zu nennen: Als Mawlana Scheich Nazim auf der Pilgerfahrt in Mekka war, betete er an der Kaaba nicht hinter den dortigen Imamen. Weil ihre Rechtsschulen und ihre Glaubensüberzeugungen fehlerhaft und nicht korrekt waren. Zwar gibt es viele Fatwas, die besagen, dass man normalerweise nicht hinter ihnen beten sollte, jedoch... Scheich Baba sagte: „Du fasst dort die Absicht für den wahren Imam; der Imam vor dir ist lediglich die äußere Erscheinung.“ Der Wert deines Gebets hängt von deiner Absicht ab. Du stehst dort, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen. Deine Absicht ist es, das Gebet zu verrichten und Allahs Befehl zu befolgen. Es steht dir nicht zu, den Imam zu hinterfragen. Wenn du anfängst, das zu überprüfen, akzeptiert der eine diesen Imam, der andere lehnt jenen ab – und es entsteht Zwietracht. Man darf der Zwietracht keinen Raum geben. Er sagt: Selbst wenn man im Recht ist, darf man so etwas nicht auslösen. Als Mawlana Scheich Nazim sich einmal in einer ähnlichen Situation befand, sagte sein Scheich, Mawlana Scheich Abdullah Daghestani, zu ihm: „Schau doch mal, wer das Gebet wirklich leitet.“ Als er mit seinem spirituellen Blick nach vorn schaute, sah er, dass vor diesem Imam noch ein weiterer Imam stand – und das war der wahre Imam. Allah hat unserem Scheich dies so gezeigt, um jegliche Zwietracht zu verhindern. Wenn du hinter einem Imam stehst, stifte keine Unruhe. Wenn es Zeit für das Gebet ist, dann bete einfach hinter ihm. Genauso ist es auf dem Haddsch: Egal, wo du stehst, fasse die Absicht, es um Allahs willen zu tun. Er sagt: „Diese Absicht ist wertvoller als deine Tat.“ So sagte auch unser Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm): „Niyyat al-mu'min khayrun min 'amalihi“ (Die Absicht des Gläubigen ist besser als seine Tat). Deshalb sehen wir solche Leute nicht nur in dem Land, in dem wir leben, sondern überall auf der Welt. Mit Aussagen wie: „Hinter dem bete ich nicht“, „Mit jenem bete ich nicht“ oder „Der geht zum Freitagsgebet und der andere nicht“, stiften sie nur Verwirrung in ihren eigenen Gemeinden. Sie geraten mit anderen aneinander, und das Ergebnis ist Zwietracht. Deshalb darf man weder Zwietracht säen noch Anlass dazu geben. Wenn deine Absicht aufrichtig ist, wird Allah dein Gebet ohnehin annehmen. Zerbrich dir also nicht den Kopf, mach dir keine unnötigen Sorgen und führe andere nicht in die Irre. Möge Allah uns davor bewahren.

2026-05-19 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Ein Bittgebet unseres Propheten - sallAllahu alayhi wa sallam - lautet: „Allahumma khir li wakhtar li“, das bedeutet: „Wähle das Beste für mich und gewähre es mir.“ Dies ist eines der Bittgebete unseres Propheten - sallAllahu alayhi wa sallam. Der Mensch weiß nicht, ob seine Wahl gut oder schlecht ist; das weiß nur Allah, der Allmächtige und Erhabene. Deshalb sagt er: „Wähle das Beste für mich.“ Das ist ein wunderschönes Bittgebet, das jeder sprechen sollte. Oft wünscht man sich etwas sehr, doch es geht nicht in Erfüllung. Dann ist man traurig, obwohl es dafür gar keinen Grund gibt. Denn darin zeigt sich der Wille Allahs, des Allmächtigen und Erhabenen. Auch in Dingen, die sich nicht erfüllen, liegt oft viel Gutes verborgen. Deshalb sollte man stets beten: „Möge das Beste geschehen.“ Jeglicher Kummer verschwindet durch dieses Bittgebet. Diese innere Unruhe vergeht mit Allahs Erlaubnis. Der Mensch muss sich bewusst sein, dass er einen Schöpfer hat. Und der Schöpfer kennt all seine Lebenslagen und Umstände. Wenn man daran glaubt und danach handelt, findet man innere Ruhe und Frieden. Wenn man sich aber gegen alles auflehnt und sagt: „Wäre es doch so oder so gekommen“, dann findet man keinen Frieden mehr. Man lebt dann ständig in Sorge und Angst. Es gibt immer neue Krankheiten, seelische wie körperliche, die alles nur noch schlimmer machen. Möge Allah uns davor bewahren und uns das Beste geben. Möge Er uns mit Seiner Barmherzigkeit begegnen. Möge Er uns keine Prüfungen auferlegen, die wir nicht ertragen können. Möge Er uns von Seiner Güte schenken. Auch wir bitten Ihn um Seine Güte, inschaAllah. Möge Allah allen mit Seiner Güte begegnen, im Diesseits wie im Jenseits, inschaAllah.

2026-05-19 - Bedevi Tekkesi, Beylerbeyi, İstanbul

إِنَّ الْعَبْدَ لَيَتَصَدَّقُ بِالْكِسْرَةِ تَرْبُو عِنْدَ اللَّهِ حَتَّى تَكُونَ مِثْلَ أُحُدٍ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Wenn ein Diener auch nur ein Stück Brot als Sadaqa (Almosen) gibt, wächst diese bei Allah heran, bis sie die Größe des Berges Uhud erreicht.“ Selbst die kleinste Sadaqa wird von Allah angenommen; daher sollte man niemals darauf verzichten, Almosen zu geben. إِنَّ صَدَقَةَ السِّرِّ تُطْفِئُ غَضَبَ الرَّبِّ، وَإِنَّ صِلَةَ الرَّحِمِ تَزِيدُ فِي الْعُمْرِ، وَإِنَّ صَنَائِعَ الْمَعْرُوفِ تَقِي مَصَارِعَ السُّوءِ [...] Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Eine im Verborgenen gegebene Sadaqa besänftigt den Zorn des Herrn.“ Es ist zwar erlaubt, Almosen öffentlich zu geben, doch im Geheimen ist es noch verdienstvoller. Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – erklärt, dass die heimliche Sadaqa den Zorn Allahs löscht. Sila-i Rahim, also die Pflege der Verwandtschaftsbande und die Fürsorge für die Familie, verlängert das Leben. Wenn man den Kontakt zur eigenen Familie, zu Geschwistern, Onkeln und anderen Verwandten pflegt, führt das zu einem längeren Leben. Gutes zu tun, verschließt die Türen des Bösen. Wenn ihr euren Mitmenschen Gutes tut, schließen sich die Türen des Unheils, und euch wird kein Schaden zugefügt. „La ilahe illallah“ zu sagen, verschließt dem Sprecher neunundneunzig Türen des Unheils – und die kleinste dieser Plagen ist die Traurigkeit. Es bewahrt einen vor unzähligen Übeln, von denen Kummer noch das geringste ist. Wer in Not gerät, sollte „La ilahe illallah“ sprechen, damit diese Sorgen vergehen, in sha Allah. إِنَّ فِي الْمَالِ حَقًّا سِوَى الزَّكَاةِ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Auf einem Vermögen liegen neben der Zakat noch weitere Pflichten, die erfüllt werden müssen.“ Abgesehen von der Zakat müssen auch Schulden oder Ansprüche anderer, die auf dem Vermögen lasten, beglichen werden. Die Zakat ist nicht der einzige Anspruch auf dieses Vermögen; wenn es noch andere Verpflichtungen gibt, müssen auch diese zwingend erfüllt werden. فِتْنَةُ الرَّجُلِ فِي أَهْلِهِ وَمَالِهِ وَنَفْسِهِ وَوَلَدِهِ وَجَارِهِ، يُكَفِّرُهَا الصِّيَامُ وَالصَّلَاةُ وَالصَّدَقَةُ وَالْأَمْرُ بِالْمَعْرُوفِ وَالنَّهْيُ عَنِ الْمُنْكَرِ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Die Prüfungen, die ein Mensch durch seine Familie, sein Vermögen, sein eigenes Ego, seine Kinder und seine Nachbarn durchlebt, sowie die damit verbundenen Sünden, werden durch das Gebet, das Fasten, die Sadaqa sowie durch das Gebieten des Guten und das Verbieten des Bösen gesühnt.“ Gebet, Fasten, Almosen und gute Taten dienen als Sühne für diese bewusst oder unbewusst begangenen Fehler. Mit Allahs Erlaubnis werden diese Sünden dadurch vergeben. أَنْفِقْ يَا بِلَالُ، وَلَا تَخْشَ مِنْ ذِي الْعَرْشِ إِقْلَالًا Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – richtete folgende Worte an den ehrwürdigen Bilal al-Habaschi und damit stellvertretend an uns alle: „Oh Bilal, spende! Gib großzügig und fürchte nicht, dass der Herr des Throns dich in Armut stürzen wird.“ Er ermahnt Bilal, keine Angst davor zu haben, dass ihm das Geld ausgeht. Er sagt ihm: „Gib, denn Allah – der Erhabene – wird deinen Besitz nicht verringern; durch Sadaqa wird das Vermögen niemals weniger.“ أَنْفِقِي وَلَا تُحْصِي فَيُحْصِيَ اللَّهُ عَلَيْكِ، وَلَا تُوعِي فَيُوعِيَ اللَّهُ عَلَيْكِ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Spende, aber zähle nicht mit, wie viel du gegeben hast.“ Diese Worte richtete er an unsere Mutter Asma, die Tochter von Abu Bakr: „Oh Asma, spende und zähle deine Gaben nicht; ansonsten wird auch Allah dir Seine Gaben nur abgezählt zukommen lassen.“ Er rät davon ab, Buch zu führen und zu sagen: „Ich habe so und so viel gegeben oder getan.“ Gib großzügig, damit Allah dich im Gegenzug grenzenlos und ohne Maß versorgt. Horte deinen Besitz nicht, sonst wird auch Allah dir den Segen vorenthalten, der über deine Grundbedürfnisse hinausgeht. Wenn du geizig bist und nichts abgibst, wird Allah – der Erhabene – dir nur das Nötigste geben. Bist du jedoch freigiebig, wird Er dich umso reichlicher beschenken. بَاكِرُوا بِالصَّدَقَةِ فَإِنَّ الْبَلَاءَ لَا يَتَخَطَّى الصَّدَقَةَ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Beeilt euch mit der Sadaqa und gebt sie früh am Tag; denn das Unheil kann das Almosen nicht überholen.“ Wie wir oft sagen: Stellt eine Spendenbox auf und werft jeden Morgen vor dem Verlassen des Hauses eure tägliche Sadaqa ein. Genau das ist der Ratschlag unseres Propheten – Allahs Segen und Frieden auf ihm – an uns. Niemand sollte morgens das Haus verlassen, ohne vorher eine Sadaqa gegeben zu haben. Ausreden wie „Ich spende doch sowieso jede Woche mehrere Tausend Lira“ gelten nicht; es ist eine tägliche Gewohnheit. Denn das Wort im Hadith bedeutet ausdrücklich „frühzeitig handeln“. تَدَارَكُوا الْغُمُومَ وَالْهُمُومَ بِالصَّدَقَاتِ يَكْشِفُ اللَّهُ ضُرَّكُمْ وَيَنْصُرْكُمْ عَلَى عَدُوِّكُمْ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Vertreibt eure Sorgen und euren Kummer durch Sadaqa.“ Wenn euch Sorgen oder Traurigkeit plagen, so befreit euch davon, indem ihr Almosen gebt. Auf diese Weise verleiht euch der erhabene Allah Weitsicht vor drohendem Schaden und steht euch gegen eure Feinde bei. Aus genau diesem Grund ist die Sadaqa von so immenser Bedeutung. تَصَدَّقُوا فَسَيَأْتِي عَلَيْكُمْ زَمَانٌ يَمْشِي الرَّجُلُ بِصَدَقَتِهِ فَيَقُولُ الَّذِي يَأْتِيهِ بِهَا لَوْ جِئْتَ بِهَا بِالْأَمْسِ لَقَبِلْتُهَا فَأَمَّا الْآنَ فَلَا حَاجَةَ لِي فِيهَا، فَلَا يَجِدُ مَنْ يَقْبَلُهَا Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – mahnte: „Gebt Sadaqa.“ „Denn es wird eine Zeit kommen, in der ein Mensch mit seinen Almosen umherläuft, und derjenige, dem er sie anbieten will, wird sagen: ‚Wärst du gestern gekommen, hätte ich sie angenommen, doch heute brauche ich sie nicht mehr.‘“ Und er wird absolut niemanden finden, der seine Sadaqa noch annehmen möchte. Es bricht eine Zeit an, in der man niemanden mehr finden wird, dem man etwas spenden könnte, um die Belohnung dafür zu erhalten – schlichtweg, weil niemand mehr bedürftig sein wird. Deswegen rät uns unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm: „Gebt eure Sadaqa sofort, solange ihr noch die Gelegenheit dazu habt.“ Diese Zeit wird definitiv kommen. Wie unser Prophet vorausgesagt hat, werden zur Zeit des Mahdi (Friede sei mit ihm) alle Schätze und Reichtümer der Erde zutage treten, und man wird niemanden mehr finden, der Zakat oder Sadaqa annehmen würde. Die Menschen werden schlichtweg sagen: „Ich will nichts, ich habe selbst genug – was soll ich noch damit?“ Das ist eine prophetische Vorhersage unseres Propheten über die Zukunft. Und in sha Allah werden diese Tage schon sehr bald anbrechen. تَصَدَّقُوا فَإِنَّ الصَّدَقَةَ فَكَاكُكُمْ مِنَ النَّارِ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Gebt Sadaqa, denn zweifellos wird sie zu eurer Rettung vor dem Höllenfeuer beitragen.“ Durch das Spenden von Sadaqa erlangt ihr nicht nur das Paradies, sondern bleibt auch von der Hölle verschont. تَصَدَّقُوا وَلَوْ بِتَمْرَةٍ فَإِنَّهَا تَسُدُّ مِنَ الْجَائِعِ وَتُطْفِئُ الْخَطِيئَةَ كَمَا يُطْفِئُ الْمَاءُ النَّارَ Unser Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Gebt Sadaqa, und sei es nur eine einzige Dattel.“ Was auch immer ihr gebt, zählt als Sadaqa – ob es nun Brot, eine Dattel oder ein Schluck Wasser ist; all das ist ein Almosen. Gebt, selbst wenn es nur eine Dattel ist, denn auch diese einzige Dattel kann den Hunger eines Bedürftigen stillen. Und genau wie Wasser das Feuer löscht, so tilgt auch die Sadaqa die Sünden.

2026-05-18 - Dergah, Akbaba, İstanbul

وَٱلۡفَجۡرِ (89:1) وَلَيَالٍ عَشۡرٖ (89:2) Allah schwört bei diesen zehn Tagen, den zehn Tagen des Dhul-Hidscha. Allah verleiht diesen gesegneten Tagen große Bedeutung, indem Er bei ihnen schwört. Es gibt eben ganz besondere Tage und Nächte. Es sind Tage und Nächte, mit denen Allah unseren Propheten und seine Ummah beschenkt hat. Allah hat uns diese Tage gewährt, um Seinen Dienern noch mehr Gnade zu erweisen und ihnen die Möglichkeit zu geben, reichlich Lohn zu erlangen. Für Muslime, für Gläubige und für all jene, die den Weg der Wahrheit kennen, sind diese Tage überaus gesegnet. Allah sei Dank haben wir heute den ersten Tag des Dhul-Hidscha; diese gesegneten Tage dauern bis zum zehnten Tag an. Wer möchte, kann an diesen Tagen fasten. Das ist eine wunderschöne Tat, für die es großen Lohn gibt. Wer die Kraft dazu hat, kann bis zum neunten Tag fasten. Oder man fastet zumindest am achten und neunten Tag – das sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen. Es ist weder Fard (Pflicht) noch Wadschib, sondern eine Sunna – eine besondere Gabe Allahs an euch. Man sollte diese Gelegenheit gut nutzen und ihren Wert zu schätzen wissen. Manche Menschen bringen jedoch Fard und Sunna durcheinander. Sie vernachlässigen die Pflicht und verrichten stattdessen die Sunna. So fasten sie zum Beispiel nicht im Ramadan, aber dafür im Dhul-Hidscha oder im Muharram. Dabei kann eine Sunna niemals eine Pflicht (Fard) ersetzen. Deshalb muss man hier sehr aufpassen. Man glaubt, etwas Gutes zu tun, doch in Wirklichkeit begeht man eine Sünde. Und zwar deshalb, weil man eine Pflicht vernachlässigt, nur um stattdessen eine Sunna zu verrichten. Darauf gilt es zu achten: An erster Stelle muss immer die Pflichterfüllung stehen. Wenn ihr danach noch Sunna- und freiwillige (Nafl-)Taten verrichtet, werdet ihr doppelt belohnt. Man redet sich ein: "Diese Tage sind so segensreich... Allah hat ihre Vorzüge im edlen Koran verkündet, also beschränke ich mich einfach darauf." "Alles andere ist nicht so wichtig", sagen sie sich und handeln einfach nach ihren eigenen Vorstellungen. Genau so führt der Satan den Menschen in die Irre. Selbst wenn ihr euer ganzes Leben lang Sunna-Taten verrichtet, können diese niemals eine einzige Pflicht (Fard) ersetzen. Nicht nur, dass sie sie nicht ersetzen können, man trägt auch die schwere Verantwortung für das Unterlassen der Pflicht. Dafür erwartet einen im Jenseits eine Strafe – möge Allah uns davor bewahren. Möge Allah diese Tage für uns gesegnet und voller Barakah machen. Die meisten Pilger sind bereits nach und nach abgereist, doch einige sind immer noch auf dem Weg. Möge ihr Haddsch inschaAllah angenommen und ihnen erleichtert werden. Möge der Segen dieser Tage auf uns allen ruhen. Und auf der gesamten islamischen Welt. Möge Allah uns vor solchen Irrwegen bewahren, inschaAllah.

2026-05-17 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Allah Azza wa Jalla sagt: Die Tage des Menschen vergehen schnell. Wahrlich, Allah Azza wa Jalla ist Derjenige, der alles auf wunderschöne Weise erschafft. Die Jahre verstreichen, ohne dass der Mensch es überhaupt bemerkt. Gestern sind wir, Allah sei Dank, wieder nach Bursa gereist. Wir dachten, es seien erst ein oder zwei Jahre seit unserem letzten Besuch vergangen, dabei waren es schon vier. Rückblickend kommen einem diese vier Jahre so kurz vor. Man denkt, es sei kaum Zeit vergangen, und plötzlich sind vier Jahre um. Die Tage ziehen unbemerkt an uns vorüber. Aber Allah sei Dank ist es das Wichtigste, auf dem wunderschönen Weg von Allah Azza wa Jalla inshaAllah standhaft zu bleiben. Die Tage kommen und gehen. Wir beten darum, dass sie gesegnet sind und wir unser Leben nicht vergeuden. Allah sei Dank bestand eines der Wunder (Karamat) unseres ehrwürdigen Sheikhs darin, Raumgrenzen überwinden zu können (Tayy-i Mekan). Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, sagte er einfach „Bismillah“. Er setzte einen Fuß hier auf, und der andere landete in Damaskus. Mit einem „Bismillah“ reiste er nach Mekka al-Mukarrama, mit einem weiteren „Bismillah“ nach Medina al-Munawwara. Genau das ist Tayy-i Mekan. Dafür brauchte er kein Flugzeug oder Ähnliches; das ist ein Wunder der Gottesfreunde, Awliya. Das zweite, noch weitaus erstaunlichere Wunder ist Tayy-i Zaman – die Ausdehnung der Zeit. So können sie in einem winzigen Augenblick unzählige Dinge vollbringen. Das ist ebenfalls ein Wunder unserer Sheikhs. Dass er in derart kurzer Zeit überall sein und so viele Menschen treffen konnte, wäre unter normalen Umständen unmöglich gewesen. Unser ehrwürdiger Sheikh lebte zum Beispiel 92 Jahre. Doch diese 92 Jahre füllte er aus, als hätte er 200 oder 300 Jahre gelebt. Er traf unzählige Menschen; er besuchte sie, und sie kamen zu ihm. Sie suchten seinen Rat und nahmen seine Ratschläge an; auch das ist eines seiner Wunder. Allah sei Dank durften wir ihn miterleben. Wir selbst erreichen diese Stufe natürlich nicht; uns sind solche Wunder nicht gegeben, Allah sei Dank. Aber Wunder sind gar nicht das Entscheidende. Das größte Wunder ist es nämlich, standhaft zu bleiben und seinen Weg beharrlich weiterzugehen. Beständig auf dem Weg zu bleiben, das ist von großer Bedeutung. Wer unermüdlich, ohne aufzugeben, standhaft und mit aufrichtigem Herzen, Ikhlas, voranschreitet, wird am Ende immer gewinnen und wunderschöne geistige Stufen erreichen. Er erlangt das Wohlgefallen Allahs und das Wohlgefallen unseres Propheten, Allahs Segen und Friede seien auf ihm. Möge Allah uns alle zu diesen Menschen zählen lassen. Auf diesem wunderschönen Weg, den uns unser Sheikh gewiesen hat, offenbaren sich, Allah sei Dank, auch heute noch jeden Tag seine Wunder. Wo immer wir auch hinkommen, hören wir Menschen sagen: „Wir haben Sheikh Nazim in einem Traum gesehen, und er sagte uns, wir sollen diesen Ort aufsuchen und auf diesem Weg bleiben.“ Er ist weiterhin ein Mittel zur Rechtleitung; seine spirituelle Wirkkraft, Tasarruf, ist nach wie vor ungebrochen. Die spirituelle Wirkkraft der Gottesfreunde (Awliya) existiert schon zu ihren Lebzeiten, doch nach ihrem Ableben wird sie sogar noch mächtiger. Deshalb sind sie keineswegs tot; sie sind Persönlichkeiten, die noch viel lebendiger sind als wir. Möge Allah ihre Geheimnisse heiligen und ihre spirituellen Ränge erheben. Und mögen auch wir in ihren Fußstapfen inschaAllah standhaft weitergehen.

2026-05-16 - Dergah, Akbaba, İstanbul

وَأَحْسِنُوَاْ إِنَّ اللّهَ يُحِبُّ الْمُحْسِنِينَ (2:195) „Macht alles auf die beste Weise“, heißt es. Allah, der Erhabene, liebt die, die Gutes tun. Die Tariqa lehrt uns die schönsten Seiten des Islam. Wer dem Weg unseres Propheten, dem Weg der Tariqa folgt, wird zu einem guten Menschen und es entsteht eine gute Gemeinschaft. Dieser Weg ist geprägt von Anstand (Adab). Früher hat man gutes Benehmen überall gelernt – in der Schule, auf der Straße. Heute bringt man den Leuten eher Respektlosigkeit bei. Man nannte das „Adab-ı Muaşeret“ (Umgangsformen), es gab sogar eigenen Unterricht dafür. Man lernte, wie man sich verhält, was man tun sollte und wie man sich in Gesellschaft gibt. Heute gibt es das kaum noch. So etwas findet man meist nur noch in der Tariqa. Und selbst dort oft nur lückenhaft; die Leute machen doch wieder, was sie wollen. Man muss einfach wissen, wie man mit Menschen umgeht, was man tun und lassen sollte... Wie man sich richtig benimmt, wie man irgendwo auftritt, ob man vorher um Erlaubnis fragt... All das hat Allah, der Erhabene, unserem Propheten beigebracht. Und er hat es seiner Ummah weitergegeben. Auf diesem schönen Weg geht es nicht nur um Gottesdienste, sondern auch um das eigene Verhalten. Wenn unser Verhalten und unsere Taten der Sunnah unseres Propheten entsprechen, entsteht ein schönes Miteinander, und Allah belohnt uns dafür. Es bringt guten Lohn und Segen. Heute spricht man von „Kibarlık“ (Höflichkeit). Das Wort kommt vom Ursprung her eigentlich von „Größe“. Wenn sich jemand höflich und edel verhält, erhöht er seinen eigenen Rang und wird groß bei Allah. Fehlt es jedoch an Anstand, achtet man nicht auf sein Benehmen und macht nur, was man will, dann wird einen niemand respektieren. Die Leute fühlen sich in der Nähe so einer Person unwohl, mögen sie nicht und werden sie vielleicht sogar verabscheuen. Deswegen muss man gut darauf achten. Gute Umgangsformen sind nichts, wofür man sich schämen müsste. Die Leute von heute betrachten das aber fast schon als peinlich. Man redet den Leuten ein: „Verhalte dich, wie du willst, nimm auf nichts und niemanden Rücksicht.“ Es heißt: „Zeig niemandem Respekt, ordne dich nicht unter, tu einfach, was dir gefällt.“ So bringt man es den Leuten bei. Aber das sind keine Umgangsformen, das ist einfach nur respektlos. Respektlosigkeit ist keine gute Eigenschaft. Möge Allah uns davor bewahren. Die Menschen von heute haben sich stark verändert... Die Menschen von früher gibt es einfach nicht mehr. Früher gab es noch Respekt, Zuneigung und familiären Zusammenhalt. Heute kennt kaum noch jemand diese Werte. Und nicht nur das – sie tun oft genau das Gegenteil. Darum gibt es auch keinen Frieden und keine Ruhe mehr. Die Liebe und Zuneigung zwischen den Menschen gehen verloren. So entsteht eine sehr unangenehme Art zu leben. Dabei könnte man mit Anstand, gutem Benehmen und einem freundlichen Umgang eine wunderbare Gesellschaft aufbauen. Möge Allah den Menschen Rechtleitung schenken. InschaAllah werden sie diese schönen Dinge noch lernen. All diese schönen Eigenschaften erlangt man, inschaAllah, auf dem Weg der Tariqa. Möge Allah uns allen beistehen.

2026-05-15 - Dergah, Akbaba, İstanbul

وَٱلسَّـٰبِقُونَ ٱلۡأَوَّلُونَ (9:100) Allah der Allmächtige sagt: Die vorausgeeilten Sahaba an erste Stelle, die ersten Brüder, die ersten Gläubigen – sie sind diejenigen, die standhaft geblieben sind und durchgehalten haben. Allah der Allmächtige lobt sie. Er erweist ihnen Seine Gunst. Denn Menschen, die standhaft bleiben, werden von Allah geliebt. Allah hat sie mit Seiner Gnade beschenkt. Und so sind sie diesen Weg beharrlich weitergegangen. Viele Menschen schlagen diesen Weg ein, doch dann kommen weltliche Verpflichtungen oder andere Dinge dazwischen, und sie bleiben nicht dabei. Beständig zu bleiben, ist eine große Ehre und eine Gnade von Allah. Denn dieser Weg ist nicht immer leicht; manchmal ist er sogar sehr schwer. Manchmal passieren Dinge, bei denen man vor lauter Prüfungen am liebsten alles hinwerfen und davonlaufen würde. Einem Menschen kann alles Mögliche widerfahren. Genau deshalb geht derjenige als Gewinner hervor, der beharrlich und standhaft bleibt. Worauf es ankommt, ist die Beständigkeit. Selbst wenn man gar nicht so viel tut: Allein schon die fünf Pflichtgebete zu verrichten, seinen Verpflichtungen nachzukommen und den Weg beständig weiterzugehen, ist eine gewaltige Leistung – und keineswegs einfach. Manchmal fragen die Leute: "Wir sind jetzt der Tariqa beigetreten, was sollen wir nun tun?" In der Tariqa gibt es eigentlich gar nichts anderes zu tun; sie ist im Grunde identisch mit der Scharia. Die Tariqa ist das Herzstück des Islam. Auf diesem Weg wirst du Schritt für Schritt voranschreiten. Die Tage und Jahre vergehen. Wenn du in genau diesem Zustand aus dieser Welt scheidest, hast du einen riesigen Gewinn gemacht. Gibst du jedoch deinem Ego (Nafs) nach und verlässt diesen Weg, wirst du nach und nach auch das Gebet aufgeben. Und so kommst du völlig vom Weg ab. So jemand gehört nicht zu den Gewinnern – er verliert am Ende alles. Deswegen ist es so wichtig, standhaft zu bleiben und fest an diesem Weg zu halten. Damit meinen wir: Man sollte seine täglichen Übungen (Wird), seinen Dhikr und seine Aufgaben so gut erledigen, wie man eben kann. Man sollte zumindest alle drei Wochen an einer Dhikr-Versammlung teilnehmen. Wenn das nicht geht, kann man es auch zu Hause mit der Familie machen. Das reicht völlig aus, um auf dem Weg zu bleiben. Mehr braucht es eigentlich nicht. Es bringt nämlich nichts, sich zu viel aufzubürden und dann später doch wieder alles aufzugeben. Manche fangen hochmotiviert an, stellen dann fest, dass sie es nicht schaffen, und werfen gleich alles hin. Das ist nicht nötig. Man sagt ja: Ajallu'l-karamat, dawamu't-tawfiq. Das größte Wunder ist die Beständigkeit. Das größte Wunder (Karamat) ist es, wenn ein Mensch beständig bleibt. Beständigkeit ist enorm wichtig; sie ist eine lobenswerte Eigenschaft und eine Tat, die Allah liebt. Genau deshalb werden wir weitermachen inschaAllah. Möge Allah Seine Gaben an uns beständig machen. Mögen wir zu jenen gehören, die auf diesem Weg dauerhaft standhaft bleiben, inschaAllah.

2026-05-14 - Dergah, Akbaba, İstanbul

وَنَفۡسٖ وَمَا سَوَّىٰهَا (91:7) فَأَلۡهَمَهَا فُجُورَهَا وَتَقۡوَىٰهَا (91:8) Allah hat den Menschen mit einem Ego erschaffen. Die Weisheit dahinter kennt nur Er. Er tut niemandem Unrecht. Jeder Mensch hat ein Ego, etwas in seinem Inneren, dem Er sowohl das Gute als auch das Böse eingegeben hat. Wer sein Ego beherrscht, der reinigt es, sagt Allah. Wer das nicht tut und seinem Ego folgt, der verliert. Wer seinem Ego folgt, wird verlieren. Die Weisheit und der Wille Allahs übersteigen den menschlichen Verstand. Er tut niemandem Unrecht. Es gibt den freien Willen; jeder Mensch besitzt ihn. Allah hat dem Menschen diesen freien Willen verliehen. Man kann in beide Richtungen gehen. Wer sein Ego beherrscht, wird gerettet. Wer sich jedoch von seinem Ego leiten lässt, erlangt keine Rettung. Sein Ende wird kein gutes sein. Deshalb tun manche alles Mögliche und behaupten hinterher: "Das war eben unser Schicksal, es sollte so sein, so ist es nun mal gekommen." Kannst du etwa in deinem Schicksal lesen? Woher willst du wissen, was geschehen wird? Nein, da versucht man nur, sich auf seine eigene Weise herauszureden. Wenn Allah es will, kann der Mensch sein Ego erziehen, auf dem geraden Weg voranschreiten und zu jemandem werden, den Allah liebt. Wer hingegen seinem Ego und dem Satan folgt, wird zu deren Sklaven. Auch sein Ende wird kein gutes sein. Dieser Weg, der Weg des Egos, ist kein guter Weg. Wer sein Ego beherrscht und so voranschreitet, befindet sich auf einem schönen Weg und erlangt das Heil. Auch wenn es schwerfällt... Denn sich gegen das eigene Ego zu stellen und ihm zuwiderzuhandeln, ist nicht einfach. Das Ego sehnt sich nach Bequemlichkeit und neigt viel eher zum Schlechten. Doch genauso wie ein wildes Tier gezähmt wird, lässt sich auch das Ego erziehen. Am Ende führt dies zu einem wunderbaren Ergebnis: Der Mensch gewinnt sowohl das Diesseits als auch das Jenseits. Denn Menschen, die ihrem Ego hinterherjagen, vollbringen auch im Diesseits nichts Gutes. Sie bringen ihren Mitmenschen keinen Nutzen. Die Menschen haben sie nicht gern; sie sehen nur das Schlechte in ihnen. Ein Mensch hingegen, der sein Ego beherrscht, ist bei seinen Mitmenschen beliebt; er tut nichts anderes als Gutes. Möge Allah uns alle zu jenen gehören lassen, die ihr Ego erziehen, inschaAllah.

2026-05-13 - Dergah, Akbaba, İstanbul

فَعَّالٞ لِّمَا يُرِيدُ (85:16) In einem edlen Koranvers heißt es: „Er tut, was Er will.“ Allah, der Allmächtige und Erhabene, muss niemanden fragen, was Er tun oder lassen soll. Er tut, was Er will. Daher bringt es niemandem etwas, angesichts der Geschehnisse ständig zu fragen: „Warum ist das passiert, warum geschieht das?“ Anders verhält es sich jedoch, wenn man aus einer guten Absicht heraus fragt. Man darf durchaus fragen: „Welche Weisheit verbirgt sich dahinter?“ Aber aus einer auflehnenden Haltung heraus „Warum?“ zu fragen, bringt absolut nichts. Es bringt einem nichts als Schaden. Es ist schädlich, denn es wird zur Gewohnheit, und man fängt an, allem zu widersprechen. Man akzeptiert dann überhaupt nichts mehr. Und diese ständige Ablehnung zerstört letztendlich den Glauben des Menschen, möge Allah uns bewahren. Allah hat alles auf die beste und schönste Weise erschaffen. Da diese Welt natürlich ein Ort der Prüfung ist, sind bestimmte Dinge für den Gläubigen ein Segen. Für Ungläubige hingegen sind sie kein Segen. Selbst wenn jemand ohne Glauben unter den besten Bedingungen lebt, ist das letztlich nicht zu seinem Guten. Es ist lediglich eine Frist, die Allah ihnen gewährt; damit sie noch maßloser werden und noch mehr Sünden begehen, sodass... أَنَّمَا نُمۡلِي لَهُمۡ خَيۡرٞ لِّأَنفُسِهِمۡۚ إِنَّمَا نُمۡلِي لَهُمۡ لِيَزۡدَادُوٓاْ إِثۡمٗاۖ وَلَهُمۡ عَذَابٞ مُّهِينٞ (3:178) ...damit sie eine noch härtere Strafe und schlimmere Qualen erwartet. Manche Dinge sind für Ungläubige also kein Segen, sondern vielmehr ein Übel. Wahrer Segen ist nur für den Gläubigen bestimmt. Alles Sichtbare und Unsichtbare ist zum Wohl des Gläubigen. Für jemanden ohne Glauben bringt selbst das scheinbar Beste keinerlei Nutzen. Allah lässt ihnen freien Lauf, damit sie noch maßloser werden und noch mehr Unrecht begehen. Genau so verhält es sich mit der aktuellen Lage in der Welt. Man könnte meinen, alles liege in den Händen der Bösen. Doch in Wahrheit liegt alles in der Hand Allahs. Allah gewährt ihnen diesen Spielraum, damit sie die volle Strafe für ihre Taten erhalten. „Begeht nur noch mehr Unrecht und Böses – eure Strafe wird am Ende umso härter ausfallen.“ Möge Allah uns davor bewahren. Deshalb, wie bereits erwähnt: Werdet nicht zu jemandem, der sich ständig beschwert, der allem widerspricht und immer dagegen ist. Man muss sich verinnerlichen, dass nur das geschieht, was Allah will. Ein Mensch mit Glauben muss sich dessen bewusst sein. Möge Allah uns einen wahrhaftigen Glauben schenken, inschaAllah.

2026-05-12 - Dergah, Akbaba, İstanbul

In allem, was Allah erschaffen hat, liegt eine tiefe Weisheit; seine vollkommenste Schöpfung ist jedoch der Mensch. Ihm hat Er eine herausragende Stellung verliehen. Körperlich ist der Mensch zwar schwächer als viele andere Geschöpfe, aber durch den Verstand, den Allah ihm gegeben hat, kann er alles bewältigen. Nichts ist also vor dem Menschen sicher. Obwohl er physisch vielleicht am schwächsten ist, ist er allen anderen Geschöpfen weit überlegen und beherrscht sie. Aus genau diesem Grund hat Allah uns diesen Körper in seiner Weisheit anvertraut. Der Mensch tut gut daran, auf seine Ernährung zu achten und ein gesundes Leben zu führen. Das steht auch im Einklang mit den Geboten Allahs. Auch die Anweisung unseres Propheten (sallAllahu aleyhi wa sallam) geht in diese Richtung: "Bleibt gesund und achtet auf eure Gesundheit." Unsere Gesundheit hängt natürlich stark von dem ab, was wir essen und trinken. Gleichzeitig ist es jedoch unerlässlich, sich aktiv vor Krankheiten zu schützen. Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) hat zwei Behandlungsmethoden besonders empfohlen: Zum einen das Ausbrennen (Kauterisieren) und zum anderen das Schröpfen (Hijama). Das Ausbrennen funktionierte so: Wenn früher jemand verwundet wurde, drückte man ein heißes Eisen auf die Wunde, um sie zu verschließen. Darüber hinaus gab es früher Heiler, die diese Methode für sämtliche Krankheiten anwandten. Heute gibt es solche Experten aber wohl kaum noch. Egal um welche Krankheit es sich handelte, sie brannten die betroffene Stelle mit einem heißen Gegenstand aus, woraufhin die Krankheit verschwand. Doch selbst wenn dieses Wissen heute noch irgendwo existiert, ist es äußerst selten geworden. Kaum jemand beherrscht es noch. Die zweite Methode ist das Schröpfen (Hijama). Beim Schröpfen wird das unreine Blut im Körper durch leichtes Erwärmen und den Unterdruck eines Glases nach außen gezogen. Diese Methode ist in letzter Zeit regelrecht zum Trend geworden. Sie hat sich stark verbreitet; jeder wendet sie an, unabhängig davon, ob er sich wirklich damit auskennt oder nicht. Dabei ist Blut etwas sehr Wertvolles. Es ist lebenswichtig, kann aber eben auch unrein sein. Mit "unrein" ist gemeint: Wenn Blut austritt, muss man sich waschen und reinigen. Gelangt es auf die Kleidung, muss diese gewaschen werden. Dieses sogenannte "unreine Blut" ist rituell unrein (Nadschis), also schmutzig, da es allerlei Erreger enthält. Man muss extrem aufpassen, dass keine Krankheiten von einer Person auf eine andere übertragen werden. Es gibt zahlreiche durch Blut übertragbare Krankheiten. Ausgetretenes Blut gilt daher nicht als rein, sondern als unrein. Zudem kann der menschliche Körper dieses Blut nicht vollständig von selbst reinigen. Sobald ein Mensch die 30 überschritten hat – sei es mit 30, 40 oder 50 –, empfiehlt es sich, einmal im Jahr Hijama machen zu lassen. Heutzutage nimmt einfach jeder eine Pumpe in die Hand, behauptet "Ich mache Hijama" und legt los. Mit einer einfachen Pumpe funktioniert das jedoch nicht, denn sie saugt das gesamte Blut ab, egal ob sauber oder unrein. Blut ist extrem kostbar. Überlegt mal, wie viel Nahrung der Körper aufnehmen muss, um auch nur einen einzigen Tropfen Blut zu produzieren. Deshalb ist Behutsamkeit geboten. Es geht darum, gezielt nur das abgesetzte, unreine Blut abzusaugen. Das erreicht man durch Vakuum und Wärme, nicht durch bloßes Pumpen. Echte Hijama-Experten wissen das. Leider ist heute Bequemlichkeit eingekehrt: Man setzt einfach die Pumpe an und rühmt sich dann: "Schau mal, wie viel unreines Blut herauskam!" Das ist eine völlig falsche Methode. Auch für diese Behandlung gibt es den richtigen Zeitpunkt. Die optimalen Jahreszeiten dafür sind der Frühling und der Herbst. Es gibt bestimmte Sammelpunkte für Blut am Rücken und am Kopf; von dort wird es entnommen. Dafür braucht es ausgebildete Meister. Es gibt bestimmte Tage und Uhrzeiten dafür; nicht jeder Beliebige sollte diese Behandlung durchführen. Man sollte sich niemals von Leuten Blut abnehmen lassen, die man nicht kennt und deren Fähigkeiten man nicht vertraut. Man muss äußerst wachsam sein. Gerade heutzutage wimmelt es überall von Bakterien und Krankheiten. Aus dem Wunsch heraus, gesund zu werden, macht man am Ende alles nur noch schlimmer. Unser Körper ist schließlich ein uns anvertrautes Gut (Amana), eine Leihgabe Allahs. Jede Blutentnahme muss daher behutsam und unter hygienischen Bedingungen erfolgen, damit sie der Person auch wirklich Heilung bringt. Andernfalls richtet sie mehr Schaden als Nutzen an – möge Allah uns davor bewahren. Wie gesagt, die besten Zeiten für das Schröpfen sind der Frühling und der Herbst. Mit Frühling meinen wir dabei nicht unbedingt März oder April, sondern eher Mai, Juni; und im Herbst Monate wie Oktober oder November. Es sollte einmal jährlich erfolgen. Nur bei dringendem Bedarf kann man es auch ein zweites Mal machen lassen. Neuerdings gibt es aber auch die Mode, sich einmal im Monat schröpfen zu lassen... Das ist nicht gut. Werden einem jeden Monat solche Blutmengen entnommen, leidet man bald an Blutarmut. Und Blutarmut ist definitiv nicht gesund. Blut wird tief in den Knochen, im Mark, gebildet... Die perfekte Erschaffung des Menschen durch Allah ist einfach unbegreiflich. Für alles gibt es eine richtige Herangehensweise. Wenn man – inschaAllah – auf die richtigen Tage und Zeiten achtet, wird man auch Heilung und Gesundheit finden. Möge Allah uns allen ein Leben in bester Gesundheit und Glauben schenken, inschaAllah.