السلام عليكم ورحمة الله وبركاته أعوذ بالله من الشيطان الرجيم. بسم الله الرحمن الرحيم. والصلاة والسلام على رسولنا محمد سيد الأولين والآخرين. مدد يا رسول الله، مدد يا سادتي أصحاب رسول الله، مدد يا مشايخنا، دستور مولانا الشيخ عبد الله الفايز الداغستاني، الشيخ محمد ناظم الحقاني. مدد. طريقتنا الصحبة والخير في الجمعية.

Mawlana Sheikh Mehmed Adil. Translations.

Translations

2026-05-31 - Lefke

Unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) sagte: „Welche Taten sind bei Allah die besten?“ Es ist, dem Herzen eines Gläubigen Erleichterung, Freude und inneren Frieden zu schenken. Wenn ein Gläubiger einen anderen sieht und ihn anlächelt, erfüllt das dessen Herz mit Ruhe. Wenn man ihn mit einem freundlichen Gesicht begrüßt und fragt, wie es ihm geht, freut er sich natürlich. Und durch diese Freude erlangt man das Wohlgefallen Allahs. Eigentlich ist das gar nicht so schwer, doch je nach Charakter und Gewohnheit fällt es manchen schwer oder sie tun es einfach nicht. Aus Gedanken wie „Wir verstehen uns nicht“ oder „Er ist nicht auf meinem Niveau“ grüßen manche Leute nicht einmal; und selbst wenn man sie grüßt, erwidern sie den Gruß nicht. Solche Menschen gibt es nun mal. Aber sie werden die Konsequenzen für ihr Verhalten tragen müssen. Denn wenn man mit solch leichten Taten Allahs Wohlgefallen anstrebt, schenkt Er einem großen Lohn. Auch schon hier auf der Erde bringt das dem Menschen inneren Frieden und Freude. Es vertreibt den Kummer aus dem Herzen. Wenn du dir daraus ein Problem machst, wird es dich nur belasten. Natürlich ist es nicht immer leicht, es jedem recht zu machen. Das steht auf einem anderen Blatt. Den Menschen von heute fehlt oft der Anstand und die Feinfühligkeit von früher. Heutzutage gibt es viele, die es sofort ausnutzen, wenn man ihnen mit einem Lächeln begegnet. Aber um es kurz zu machen: Jeden zu grüßen, dem man begegnet – ganz im Sinne unseres Propheten (sallAllahu aleyhi wa sallam), der sagte: „Verbreitet den Salam“ –, sollte für einen Muslim selbstverständlich sein. Das Grüßen ist ein Markenzeichen des Islam. Den Salam zu geben, ist Sunna. Den Gruß zu erwidern, ist hingegen Fard (Pflicht). Wenn man zu jemandem „Salam alaykum“ sagt, hat man die Sunna erfüllt. Wenn das Gegenüber nicht mit „Wa alaykum salam“ antwortet, begeht es eine Pflichtvernachlässigung. Das zieht vor Allah eine ernsthafte Verantwortung nach sich. Wer diese Last auf sich nimmt, wird die Folgen als seelische Unruhe spüren. Wenn dich jemand grüßt, sagst du einfach „Alaykum salam“ und gehst deines Weges. Man muss sich dafür nicht extra hinsetzen und lange Gespräche führen. Doch allein dieser Gruß schafft eine schöne Verbindung zwischen den Menschen. Es ist ein wunderbarer Weg, um das Miteinander zu stärken und gleichzeitig Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Genau so ist es. Ohne Zweifel liebt Allah die Gläubigen und die Muslime. Diese Regel gilt natürlich nicht nur für Anhänger der Tariqa, sondern für alle Muslime gleichermaßen. Manchmal reisen wir in fremde Länder. Die Menschen, denen wir dort auf der Straße begegnen, grüßen uns. Entweder grüßen sie zuerst, oder unsere Begleiter tun es – und jeder erwidert den Gruß herzlich und mit einem Lächeln. Aber leider gibt es auch Leute, die von sich behaupten: „Ich bin Muslim.“ Darunter sind einige, die die Ahl as-Sunnah und die Anhänger der Tariqa nicht ausstehen können. Sie haben ständig ein finsteres Gesicht und runzeln die Stirn. Genau an solchen Menschen hat auch unser Prophet (sallAllahu aleyhi wa sallam) kein Gefallen. Diese Leute erwidern den Gruß nicht und schrecken andere mit ihrer mürrischen Art von der Religion ab. Weder nehmen sie den Gruß anderer an, noch grüßen sie selbst jemanden. Möge Allah uns davor bewahren, aber selbst unter Muslimen gibt es solche Gestalten. InschaAllah sind es nicht viele, aber es gibt sie eben. Auch wenn sie nur wenige sind, fallen sie durch ihre abweisende Art in der Gesellschaft unangenehm auf. Sicherlich seid auch ihr solchen Leuten schon oft begegnet, so wie es bei uns der Fall war. Man grüßt sie, doch sobald sie merken, dass man dem Weg der Ahl as-Sunnah und unseres Propheten (sallAllahu aleyhi wa sallam) folgt, erwidern sie den Gruß nicht – einfach, weil sie diesen Weg ablehnen. Möge Allah uns behüten. Darum pflegte Mawlana Sheikh Nazim über sie zu sagen: „Abusu'l-wajh, karihu'l-manzar.“ Das bedeutet so viel wie: „Finsteres Gesicht, zusammengezogene Augenbrauen und ein abstoßender Anblick.“ InschaAllah werden wir niemals so sein, sondern unseren muslimischen Geschwistern stets mit einem Lächeln begegnen. Helft den Menschen so gut es geht, ohne sie zu verschrecken. Und selbst wenn ihr ihnen nicht praktisch helfen könnt, reicht schon ein Lächeln. Es genügt völlig, den Menschen ein freundliches Gesicht zu zeigen. Möge Allah uns allen dabei helfen. Natürlich ist das nicht immer leicht, aber inschaAllah wird Allah uns allen beistehen.

2026-05-30 - Lefke

وَمَا ٱلۡحَيَوٰةُ ٱلدُّنۡيَآ إِلَّا لَعِبٞ وَلَهۡوٞۖ وَلَلدَّارُ ٱلۡأٓخِرَةُ خَيۡرٞ لِّلَّذِينَ يَتَّقُونَۚ (6:32) Allah, Azza wa Jalla, spricht: "Das diesseitige Leben ist nichts weiter als ein Spiel und ein Zeitvertreib." "Die Wohnstätte des Jenseits aber ist besser für diejenigen, die (Allah) fürchten." Alles Lob gebührt Allah, dass wir an diesen gesegneten Tagen durch Seine Gnade auf dem Weg Allahs mit den Gläubigen und Muslimen zusammen waren. Es gab welche, die uns besucht haben, und auch wir haben Besuche gemacht, Allah sei Dank. Die Opfertiere wurden geschlachtet. Die Pilger haben ihre Hadsch verrichtet. Das ist die höchste Stufe der Glückseligkeit. Somit vergeht dieses diesseitige Leben nicht nur mit Spiel und Zeitvertreib. So kann der Mensch also wahrhaft glücklich werden. Wenn der Mensch das tut, was er möchte, solange es im erlaubten (Halal-)Bereich liegt, kehren diese Taten als Belohnung zu ihm zurück. Solange man auf dem Weg von Allah, Azza wa Jalla, ist und die schönen Dinge, die dem Menschen gefallen, im Halal-Bereich liegen, schreibt Allah ihm dafür sowohl Belohnung auf, als dass Er Seinen Diener auch beschenkt. Wenn man für die Gaben dankt, die Er gegeben hat, vergeht das Leben nicht sinnlos. Es wird in vollen Zügen erfüllt gelebt. All dies wird zu einer Vorbereitung für das Jenseits und sammelt sich auf dem Konto für das Jenseits an. Und so kamen und vergingen auch diese gesegneten Tage. Die Tage vergehen schnell, mögen sie mit Allahs Erlaubnis nicht sinnlos vergehen, in sha Allah. Mögen sie nicht leer vergehen. Dass sie erfüllt vergehen, bedeutet: Jeder Atemzug, den man nimmt, nachdem man Allah, Azza wa Jalla, gedacht hat, ist erfüllt. Es ist kein Verlust, es ist nicht sinnlos. Alles, was ihr in den Zeiten tut, in denen ihr Allahs nicht gedenkt, in denen Er euch nicht in den Sinn kommt, ist ein Verlust. Selbst wenn euch die ganze Welt gehören würde, selbst wenn alle Menschen euch verehren und lieben würden; solange ihr nicht auf Allahs Weg seid, hat dies nicht das geringste an Bedeutung oder Nutzen. Deshalb ist dieser Weg Allahs schöner Weg, der Weg des Islam, der voller Gaben ist. Je mehr ihr auf diesem Weg unseren Propheten, sallAllahu alayhi wa sallam, ehrt und verehrt, desto mehr werdet auch ihr bei Allah erhöht. Sein Weg ist schön, jede Schönheit ist in ihm. Güte liegt bei ihm, sich um die Schwachen und Armen zu kümmern liegt bei ihm; er wacht über seine Ummah und wird für sie im Jenseits ein Fürsprecher sein. Er bittet bei Allah stets um Fürsprache für seine Ummah. Darum kann sein Recht nicht abgegolten werden; das Recht unseres Propheten, sallAllahu alayhi wa sallam, kann niemals abgegolten werden. Je mehr ihr ihn ehrt, desto mehr Wertschätzung erfahrt ihr, desto mehr werdet ihr erhöht und steigt auf. Wenn ihr unserem Propheten, sallAllahu alayhi wa sallam, keinen Respekt erweist, sinken auch euer Ansehen und euer Wert. Ihr verliert jeglichen Wert. Der Satan führt auch einige Muslime in die Irre. Auch wenn er sie nicht von der Religion abbringen kann, wählt er diesen Weg, indem er sagt: "Zumindest mache ich die Belohnungen zunichte, die die Gläubigen gewonnen haben." Er flüstert ein und sagt: "Verehrt ihn bloß nicht, der Prophet ist auch nur ein Mensch wie ihr." Und dies ist natürlich zum Schaden der Menschen. Unseren Propheten, sallAllahu alayhi wa sallam, nicht zu lieben, ist ein großer Schaden. Es ist ein Verlust, nichts anderes. Darum ist es nützlich und ein großer Gewinn, unseren Propheten, sallAllahu alayhi wa sallam, zu ehren. Möge Allah unseren Gewinn dauerhaft machen, inschaAllah. Mögen wir seine Fürsprache erlangen. Ohne seine Fürsprache haben wir es schwer. Der Mensch, der seine Fürsprache erlangt, findet zur Errettung.

2026-05-29 - Lefke

Euch allen nochmals einen gesegneten Freitag und ein frohes Opferfest. Möge Allah uns diese schönen Tage insha'Allah auf ewig erhalten. Unser Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte in dem Hadith, den wir in der Predigt zitiert haben: "Der starke Gläubige ist besser als der schwache", oder wie er es sagte. Das heißt, der starke Gläubige ist der Bessere. Jemand, der seinen Mitmenschen von Nutzen ist, ist bei Allah beliebter und ein besserer Mensch. Denn wer Stärke besitzt, hilft anderen und wehrt Schaden von ihnen ab. So sollte es natürlich auch sein. Doch das kann nicht jeder. Allah der Erhabene) und unser Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verkünden, welch große Tugend dies für diejenigen ist, die danach handeln. Das sind Eigenschaften, die Allah liebt, und Menschen, die so handeln, werden von Ihm geliebt. Deshalb muss man sich darum bemühen. Selbst wenn du körperlich nicht dazu in der Lage bist – also nicht direkt eingreifen kannst –, solltest du tun, was in deiner Macht steht. Hilf den Schwachen und Armen. Denn Hilfe hat viele Gesichter und beschränkt sich nicht auf eine einzige Form. Aus diesem Grund sollte man ständig an sich arbeiten und sich bestmöglich weiterentwickeln. Bietet sich eine Gelegenheit, sollte man sie auch nutzen. Im weiteren Verlauf des Hadith heißt es: "Man soll nach dem Guten streben." Unser Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagt: "Man soll nach noch mehr Gutem streben." Ein starker Gläubiger ist demnach jemand, der Gelegenheiten nutzt, um noch stärker zu werden. Genau das rät uns unser Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm). Der nächste Punkt ist folgender: Wenn euch etwas widerfährt, sagt nicht: "Hätte ich doch dies oder jenes getan...", warnt unser Prophet. Denn Allahs Vorherbestimmung hat sich bereits erfüllt, und mit einem "Hätte ich doch" ändert man rein gar nichts. Geschehen ist geschehen, es liegt in der Vergangenheit. Ihr müsst es hinter euch lassen und nach vorne schauen. Es gibt keinen Grund, dem nachzutrauern und sich selbst damit zu quälen. Was passiert ist, ist passiert. Der Wille Allahs des Erhabenen hat sich erfüllt. Das ist das Schicksal, das Allah bestimmt hat; es nützt nichts, darüber noch traurig zu sein. Wenn du daraus lernst, gehst du als Gewinner hervor. Tust du das nicht, wirst du dich mit einem "Hätte ich doch" nur sinnlos grämen. Unser Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagt: "Dieses Wörtchen 'hätte' öffnet dem Satan die Tür." Der Satan flüstert den Menschen dann ein: "Hätte ich das doch gemacht, hätte ich jenes gekauft, wäre ich dorthin gegangen, hätte ich doch nur..." Jedes Wort unseres Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ist überaus wertvoll und richtungsweisend für uns. Dieses ständige "Hätte ich doch" ist eine große menschliche Schwäche, die wir alle in uns tragen. Bei manchen ist sie sogar besonders stark ausgeprägt, sodass sie sich völlig darin hineinsteigern. Damit genau das – also dass unsere Moral und unser seelisches Gleichgewicht darunter leiden – nicht passiert, warnt uns unser Prophet davor. Denn der Satan will euch nichts Gutes, sondern nur Schlechtes. Und dieses "Hätte ich doch" öffnet ihm genau dafür die Tür. Tappt also nicht in diese Falle. In einem edlen Koranvers heißt es: "Fa tawakkal 'ala Allah, innaka 'ala al-haqqi al-mubin" (27:79) – So vertraue auf Allah; gewiss, du befindest dich auf der offenkundigen Wahrheit. In diesem Vers wird uns also aufgetragen, auf Allah zu vertrauen. Denn du befindest dich auf dem richtigen Weg, auf einem offenkundigen Weg der Wahrheit. Trauere also nicht länger um Vergangenes und gräme dich nicht. Nimm dir diese wunderschönen Worte unseres Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu Herzen und befolge sie. So wirst du nicht nur erfolgreich und glücklich sein, sondern die Glückseligkeit im Diesseits und Jenseits erlangen. Möge Allah uns allen diese Glückseligkeit insha'Allah gewähren.

2026-05-27 - Lefke

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Eid. Möge Allah es voller Segen und Gnade sein lassen. Das ist eines der schönsten Geschenke, die uns Allah, der Allmächtige und Erhabene, gemacht hat. Wir haben zwei Feste: das Ramadanfest und das Opferfest. Das Besondere am Opferfest ist, dass der Gottesdienst noch stärker im Fokus steht; es werden sowohl Opfertiere geschlachtet als auch die Haddsch vollzogen. Der Moment, auf den die Pilger jahrelang gewartet haben, ist nun da. Gott sei Dank haben auch sie ihre Haddsch-Pflicht wohlbehalten erfüllt und diese Verantwortung abgelegt. Der Segen des Haddsch kommt sowohl ihnen selbst als auch ihren Familien zugute. Gleichzeitig erreicht dieser Segen auch all jene, die sich wohlwollend dasselbe für sich wünschen. Das ist eine gewaltige Form der Anbetung, die man keinesfalls unterschätzen darf. Daher ist heute ein gesegneter Tag. Möge Allah uns allen Kraft und starken Glauben schenken, damit auch wir in den Genuss dieser Schönheiten kommen. Unendlicher Dank gebührt Allah für diese großartigen Gaben und Geschenke, inschaAllah. Wir haben schon oft über den Haddsch gesprochen. Inzwischen kennt jeder dessen Bedeutung, und viele bemühen sich in der Hoffnung, dass es inschaAllah auch ihnen vergönnt sein wird. Wer nicht genug Geld hat, sollte etwas zur Seite legen; inschaAllah wird es auch ihnen entsprechend ihrer Absicht ermöglicht. Was das Thema des Opfers (Qurban) betrifft: Wir haben vier anerkannte Rechtsschulen (Madhahib). Heutzutage gibt es jedoch auch Menschen, die diese vier Rechtsschulen ablehnen. Ganz zu schweigen von Tariqas – es gibt heute geradezu teuflische Denkweisen, die sogar die Rechtsschulen verwerfen. Diejenigen, die behaupten: „Wir brauchen keine Rechtsschule, wir lesen und verstehen den Koran selbst“, verstehen in Wirklichkeit rein gar nichts. Sie wissen nicht, was sie lesen, und begreifen nicht, was sie sehen. Eine Religion ohne Rechtsschulen gibt es nicht. In der hanafitischen Rechtsschule ist das Schlachten eines Opfertiers verpflichtend (Wadschib). Von den vier Rechtsschulen gilt das Opfern nur bei den Hanafiten als Wadschib. Wadschib ist eine Stufe zwischen der absoluten Pflicht (Fard) und der stark empfohlenen Sunnah (Sunnah mu'akkadah). Es ist also eine wichtige gottesdienstliche Handlung, die man verrichten sollte. In den anderen Rechtsschulen gilt es als Sunnah mu'akkadah; das heißt, als eine Praxis, die unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) regelmäßig ausgeführt hat. Es gibt Hadithe unseres Propheten, in denen er zu unserer Mutter Fatima und den anderen Gefährten sagte: „Wer die Mittel dazu hat, soll opfern.“ Natürlich ist das Opfern für diejenigen Wadschib, die ortsansässig (mukim), also nicht auf Reisen sind. Wenn jemand auf Reisen ist und die Festtage nicht zu Hause verbringt, entfällt die Wadschib-Pflicht für ihn, und es wird stattdessen zur Sunnah mu'akkadah. Für jemanden, der ortsansässig und nicht auf Reisen ist, gilt es laut den anderen Rechtsschulen als Sunnah mu'akkadah. Beim Opfertier ist es ähnlich wie beim Haddsch oder der Zakat: Wer über Ersparnisse im Wert von etwa 90 bis 100 Gramm Gold verfügt, für den ist es Wadschib, zu opfern. Wer das Opfer darbringt, darf das gesamte Fleisch für sich behalten, wenn er möchte. Ist die Person selbst bedürftig, kann sie das Fleisch über das ganze Jahr hinweg verzehren. So erfüllt sie ihre Wadschib-Pflicht, sichert ihre Nahrung und es fällt ihr nicht zur Last. Am besten ist es jedoch, das Opferfleisch in drei Teile aufzuteilen. Einen Teil behält man für sich, einen weiteren Teil teilt man mit Verwandten, Bekannten und Freunden. Den dritten Teil verteilt man an Arme und Bedürftige. Wenn man möchte, kann man auch das gesamte Fleisch als Almosen (Sadaqa) spenden. Heutzutage ist es auch sehr üblich geworden, zu spenden: Der Betrag für das Opfertier wird in arme Länder geschickt, wo das Tier dann im Namen des Spenders geschlachtet wird. Auf diese Weise bekommen auch die armen Menschen dort Fleisch zu essen. Manche fragen sich: „Ist das denn in Ordnung?“ Natürlich ist es das, denn es gibt viele bedürftige Menschen, die nur ein einziges Mal im Jahr Fleisch essen können. Daher ist es eine sehr gute und sinnvolle Tat, das Opfertier dorthin zu spenden. Mit Allahs Erlaubnis spricht absolut nichts dagegen. Das ist ein wunderbarer Gottesdienst. So sagt Allah, der Allmächtige und Erhabene, im Heiligen Koran: „Fasalli li-Rabbika wanhar“ (108:2), was bedeutet: „So bete zu deinem Herrn und schlachte Opfertiere.“ Diesen Gottesdienst zu verrichten, bringt einem großen Nutzen ein. Selbst wenn man das Fleisch nicht selbst isst, profitieren die Armen davon und sprechen Bittgebete für einen. So erhält man doppelten Lohn: zum einen für das Opfern an sich, und zum anderen dafür, dass man die Armen gespeist und glücklich gemacht hat. Möge Allah unsere Gottesdienste annehmen. Jeder Gottesdienst ist etwas Schönes. Eigentlich gibt es gar keine schwierigen Gottesdienste. Es ist nur der Teufel, der sie den Menschen als schwer erscheinen lässt. Ein Gottesdienst bringt immer Schönheit und das Gute mit sich. Möge Allah uns davor bewahren, dem Teufel zu verfallen. Möge Er uns diese schönen Gewohnheiten dauerhaft bewahren und uns nicht von diesem Weg abbringen, inschaAllah.

2026-05-26 - Lefke

وَلِلَّهِ عَلَى النَّاسِ حِجُّ الْبَيْتِ مَنِ اسْتَطَاعَ إِلَيْهِ سَبِيلًا ۚ وَمَن كَفَرَ فَإِنَّ اللَّهَ غَنِيٌّ عَنِ الْعَالَمِينَ (3:97) Allah hat den Menschen die Haddsch zur Pflicht, fard, gemacht. Er sagt, wer dazu in der Lage ist und die Mittel hat, soll es tun; das heißt, es ist eine Pflicht. Solange kein Hindernis im Weg steht, soll man es tun. Allah sei Dank ist heute der Tag von Arafah. Auch wir dürfen am Segen (Fayd) des Arafah-Tages teilhaben. Die spirituelle Manifestation (Tajalli), die sich auf dem Berg Arafat zeigt, ist Allah sei Dank auch hier spürbar. Allah sei Dank fühlen wir es so, als wären wir genau dort. Diese gesegnete und wunderschöne Manifestation strahlt auf uns aus. Durch Allahs Huld und Gnade ist dies nichts, was jeden Tag geschieht; es wird uns nur einmal im Jahr gewährt. Möge Allah mit ihm zufrieden und sein Rang hoch sein; durch den spirituellen Beistand unseres Sheikhs wird all unseren Brüdern diese Manifestation zuteil. Auch wenn man nicht dorthin gereist ist, so sind der Segen, die Manifestation und die Belohnung von dort, so Allah will, auch auf uns herabgekommen, Allah sei Dank. Was sollen wir also tun? Heute werden wir so viel wie möglich beten, unsere Lobpreisungen (Tasbihat) und Segenswünsche (Salawat) sprechen sowie die Surah Al-Ikhlas rezitieren... Bis zum Abend sollte man tausendmal die Surah Al-Ikhlas lesen. Das ist ein riesiger Gewinn, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Dies ist ein besonderes Geschenk Allahs an die Menschen. Wer das nicht möchte, dem Unglauben verfällt und Allah verleugnet, über den heißt es im Vers: „Und wer ungläubig ist, so ist Allah nicht auf die Welten angewiesen“... Allah ist auf niemanden angewiesen. Allahs Gaben sind für die Gläubigen bestimmt. Er braucht niemanden. Er fordert auch von niemandem etwas. Allah gewährt diese Gaben nur, damit Seine Diener Belohnung erlangen und Seine Barmherzigkeit finden. Fernab davon ist Allah auf niemanden angewiesen; Allah bedarf weder der Gebete noch der Spenden oder sonst irgendetwas von irgendjemandem. Allah gibt diese wunderschönen Gaben lediglich, um uns zu beschenken, doch die Menschen nehmen sie nicht an. Sie verfallen dem Unglauben; wer den Weg des Unglaubens wählt, trägt selbst die Verantwortung. Es gibt Menschen, die denken: „Mit meinem ganzen Geld, meinen Waffen und Gewehren kann ich alles erreichen.“ All das hat nicht den geringsten Wert. Wenn Allah auch nur einen Atemzug verwehrt, gehen sie alle zugrunde und verenden; nichts anderes wird passieren. Darum sei Allah unendlich gedankt für diese Geschenke und Segnungen, die Er uns gibt. Möge Allah sie mehren und auf ewig bestehen lassen. Was man an diesem Tag tun sollte, ist natürlich, wie gesagt, klar geregelt. Man tut Gutes, liest den Quran, spricht Segenswünsche und macht Bittgebete... Tut einfach so viel, wie ihr könnt. Manchmal denken die Leute: Die Pilger stehen jetzt in Arafat, verweilen dort (Waqfa) und beten... Da gab es einmal einen Majzub, der den Leuten immer wieder einredete: „Steht genau zu dieser Zeit auf, stellt euch hin, haltet gemeinsam mit den Menschen in Arafat das Waqfa ab und betet.“ Ein paar Mal hat er uns sogar dazu gebracht, das zu tun. Danach sagte unser Sheikh Allah sei Dank zu uns: „Macht das nicht.“ So etwas ist überhaupt nicht nötig. Es werden Dinge erfunden, die es in der Religion gar nicht gibt, und dann glaubt man noch, man tue etwas Gutes. Auf diese Weise wird, ob wissentlich oder unwissentlich, Unruhe (Fitnah) gestiftet. Es gibt wirklich keinen Grund, Unruhe zu stiften. Bleibt einfach auf dem rechten Weg, das reicht völlig. Alle Praktiken in unserer Tariqah stehen im Einklang mit der Sunnah, der Shariah und unserem spirituellen Weg. Etwas anderes gibt es bei uns nicht. Schenkt deshalb Dingen, die ihr nicht kennt, nicht zu viel Beachtung. Tu einfach das, was dein eigener Sheikh, dein Murshid, tut; alles andere ist überflüssig. Möge Allah uns allen vergeben. Mögen euer Arafah-Tag und euer Fest gesegnet sein. Unsere Brüder sind zur Haddsch aufgebrochen; so Allah will, wird es im nächsten Jahr auch jenen gewährt, die nicht reisen konnten, inschaAllah.

2026-05-25 - Lefke

وَمَا أُمِرُوا إِلَّا لِيَعْبُدُوا اللَّهَ مُخْلِصِينَ لَهُ الدِّينَ حُنَفَاءَ (98:5) Allah hat befohlen: Sie sollen Allah aufrichtig dienen und für Seine Gaben dankbar sein. Wahre Aufrichtigkeit (Ikhlas) zu besitzen, ist ein hoher spiritueller Rang. Es gibt viele Muslime, aber nur wenige von ihnen sind wahrhaft aufrichtig. Denn wer den Islam nur nach seinen eigenen Vorstellungen lebt, ist weit von dieser Aufrichtigkeit entfernt. Er tut nur, was sein Ego (Nafs) begehrt; er macht Erlaubtes (Halal) zu Verbotenem (Haram) und Verbotenes zu Erlaubtem. Er nennt sich einfach nach Belieben „Muslim“ und gibt sich damit zufrieden. Bei manchen fehlt selbst das: Es gibt weder das Gebet noch Gottesdienst. Sie sind nur noch dem Namen nach Muslime. Die meisten Menschen sind heutzutage leider so. Möge Allah uns zu den Aufrichtigen zählen. Der Rang der Aufrichtigkeit ist der allerhöchste Rang. Ihlas bedeutet Aufrichtigkeit; wer Ihlas hat, ist absolut ehrlich und wahrhaftig. Nach außen anders zu scheinen, als man im Inneren ist, hat nichts mit Aufrichtigkeit zu tun. Das ist der Zustand gewöhnlicher Menschen. Weil es dem Menschen an Aufrichtigkeit mangelt, richtet er sich stets danach, woher der Wind gerade weht. Er wird mitgerissen und einfach davongeweht. Kommt dann ein Wind aus der anderen Richtung, wird er wieder woandershin getrieben. Ohne Aufrichtigkeit lässt er sich überallhin treiben und glaubt alles. Ein unaufrichtiger Mensch glaubt eher an das Schlechte als an das Gute. Deshalb ist die eigentliche Pflicht, aufrichtig zu sein. Sich Allah mit einem reinen Gottesdienst zuzuwenden, vor Ihn zu treten und die höchsten Stufen des Paradieses zu erlangen, sollte unser Ziel sein. Da dies Allahs Befehl ist, müssen wir ihm gehorchen. Natürlich ist es schwer, das ganz allein zu schaffen. Das gelingt nur den Wenigsten; nicht einmal einer von einer Million schafft es allein. Deshalb muss man es sich nicht so schwer machen. Sich einer Tariqa (Sufi-Weg) anzuschließen und dem Weg dieser aufrichtigen Menschen zu folgen, bringt eine große Erleichterung. Heutzutage betrachten viele Menschen die Tariqa mit Skepsis. Dabei beruht die Tariqa genau auf diesem göttlichen Befehl. Sie stützt sich auf das Gebot, Allah aufrichtig zu dienen; das ist es, was Tariqa bedeutet. Wer sich keiner Tariqa anschließt, treibt, wie gesagt, nach seinen eigenen Launen ziellos umher. Die Tariqa ist in jeder Hinsicht etwas Gutes; sie hat absolut nichts Schlechtes an sich. Doch der Teufel und seine Anhänger stellen sich dagegen. Es gibt Leute, die sich fromm geben und oft behaupten: „Wir brauchen niemanden, wir kommen alleine klar.“ Doch in Wirklichkeit folgen auch sie irgendeiner Person. Und derjenige, dem sie folgen, ist oft ein Mensch, der nicht den geringsten Funken Aufrichtigkeit besitzt. Deshalb sollte man sich von solchen Leuten fernhalten. Schließlich gibt es viele verschiedene Tariqas. Aber was die Aufrichtigkeit angeht – weil dort nur nach Allahs Wohlgefallen gestrebt wird und kein Platz für Augendienerei (Riya) ist –, ist die Naqshbandi-Tariqa die stärkste. Deshalb ist es gut, sich ihr anzuschließen. Natürlich sind auch andere Tariqas legitim. Es ist keine Pflicht, unbedingt der Naqshbandi-Tariqa anzugehören; manchen Menschen entspricht sie vom Naturell her vielleicht nicht. Ihre Herzen neigen vielleicht eher zu einem anderen Weg – das ist auch völlig in Ordnung. Es kann jede authentische (Haqq) Tariqa sein. Aber der Mensch muss sich unbedingt irgendwo spirituell anbinden. Wenn sich die Menschen von der Tariqa abwenden, verlieren sie auch ihre Aufrichtigkeit. Es mag zwar viele religiöse Gemeinschaften (Jamaat) geben, doch die Aufrichtigkeit einer Gemeinde ist das eine, die einer Tariqa etwas völlig anderes. Denn eine gewöhnliche Gemeinschaft basiert nicht auf einer lückenlosen Überlieferungskette (Silsila); sie ist erst später entstanden. Die Kette einer Tariqa hingegen reicht direkt bis zu unserem Propheten (sallAllahu aleyhi wa sallam) zurück. Mit Allahs Erlaubnis steht sie unter Seinem Schutz und folgt genau Seinem Weg. Möge Allah uns alle zu Seinen aufrichtigen und reinen Dienern machen, inschaAllah. Möge in unseren Herzen keinerlei Böswilligkeit gegen irgendjemanden weilen.

2026-05-24 - Lefke

Das größte Geschenk, das Allah, der Allmächtige und Erhabene, den Menschen gemacht hat, ist der Glaube, der Islam. Es gibt nichts Schöneres als das. Ein Muslim sollte sich darüber von Herzen freuen. Jeden Tag wird ihm Allahs Gnade und Beistand zuteil. Diese wunderbaren Segnungen umgeben die Diener, die Allah liebt. Deshalb ist jemand, der Muslim ist und Allah gehorcht, der glücklichste und gesegnetste Mensch. Das ist das wahre Glück, die wirkliche Glückseligkeit. In nichts anderem findet man ein solches Glück. Ein Glück, das vergänglich ist, ist kein wahres Glück. Worauf es ankommt, ist das Ewige. Selbst wenn man tausend Jahre auf dieser Welt leben würde, verginge die Zeit wie ein Wimpernschlag. Was bringt das? Es bringt absolut nichts. Die Gaben jedoch, die der ewige Allah den Muslimen und Gläubigen schenkt, sind grenzenlos. Und diese Gaben sind an keine Zeit gebunden. Wir befinden uns gerade in ganz besonderen Tagen, Mascha'Allah. Heute ist der siebte Dhu l-Hiddscha; morgen ist der sogenannte Tarwiyah-Tag. An diesem Tag bereiten sich die Pilger darauf vor, zum Arafat aufzubrechen. Und der Tag danach ist natürlich der Arafat-Tag. Das sind mitunter die gesegnetsten Tage des ganzen Jahres. Es sind Geschenke, die Allah, der Allmächtige, dem Islam und den Muslimen gemacht hat. Natürlich wünscht sich jeder, an diesen gesegneten Orten zu sein. Egal, wie anstrengend und mühsam es auch sein mag, man wünscht sich aus tiefstem Herzen, jedes Jahr dort zu sein. Letztes Jahr waren wir, Gott sei Dank, dort. Dieses Jahr war es uns nicht vergönnt, aber wie man so schön sagt: „Das Herz zieht dorthin“ – man sehnt sich immer nach diesen Orten. Möge Allah uns durch Seine Gnade und Großzügigkeit, InschaAllah, diese Segnungen ebenfalls zuteilwerden lassen. Hoffentlich werden auch wir an diesen gesegneten Tagen unseren Anteil an den Geschenken und Gaben erhalten, die Allah, der Erhabene, den Pilgern dort gewährt. Leider befinden sich die Menschen in einem Zustand der Achtlosigkeit. Der ehrwürdige Ali sagte: "An-nasu niyamun, iza mata intabahu." "Die Menschen schlafen; erst wenn sie sterben, erwachen sie." Aber was bringt es, erst nach dem Tod zu erwachen? Man muss im Hier und Jetzt erwachen und sich auf den Weg Allahs, des Allmächtigen, begeben. Solange man nicht das Wohlgefallen Allahs anstrebt, hat es absolut keinen Sinn, dieser Welt hinterherzujagen... Man darf weltlichen Reichtum erlangen, solange es für das Wohlgefallen Allahs geschieht. Man kann ruhig der reichste Mensch der Welt sein, daran ist nichts auszusetzen. Hauptsache, man bleibt auf dem Weg Allahs, des Allmächtigen, und verrichtet seine Taten für Sein Wohlgefallen. Wer jedoch nur für diese Welt lebt und ihr hinterherjagt, wird am Ende mit leeren Händen dastehen; es wird ihm nichts nützen. Es gibt Menschen, die förmlich im Geld schwimmen. Ihr Reichtum kennt keine Grenzen. Aber was machen sie? Wie finden sie innere Erfüllung? Sie arbeiten sieben Tage die Woche, zwanzig Stunden am Tag. Sie machen nie Urlaub und sind ständig nur bei der Arbeit. Was nützt es ihnen zu sagen: "Ich habe so und so viel Geld verdient"? Das bringt ihnen weder im Diesseits noch im Jenseits etwas. Möge Allah uns davor bewahren, so zu werden wie sie. Auf dem Weg Allahs zu wandeln – das ist das allergrößte Glück. Ein Mensch, der die Süße des Glaubens gekostet hat, wird an nichts anderem mehr Freude finden. Möge Allah uns allen zu Ehren dieser gesegneten Tage diese wunderschöne Süße des Glaubens kosten lassen, InschaAllah.

2026-05-23 - Lefke

وَهُوَ الَّذِي يُنَزِّلُ الْغَيْثَ مِن بَعْدِ مَا قَنَطُوا وَيَنشُرُ رَحْمَتَهُ ۚ وَهُوَ الْوَلِيُّ الْحَمِيدُ (42:28) Es ist Allah Azza wa Jalla, der den Regen herabsendet. Dieser Regen ist pure Barmherzigkeit. Manchmal bringt er Barmherzigkeit, manchmal bringt er Zorn. Aber Allah sei Dank kam er dieses Jahr als Barmherzigkeit. So wie in diesem Jahr war es schon seit Jahren nicht mehr. Noch vor sechzig Jahren war dieser Segen jedes Jahr so herrlich. Überall fiel reichlich Regen. Vor sechzig Jahren befand sich die Welt in einem sehr schlimmen Zustand. Es herrschten Auflehnung gegen Allah, Unglaube und pure Gottesleugnung. Deshalb hatte Allah Azza wa Jalla diesen Menschen Seine Barmherzigkeit entzogen. Und so klagten sie ununterbrochen: "Schon wieder Dürre", und dies und das. Natürlich haben sich die Menschen danach nicht völlig Allah zugewandt. Das taten nur sehr wenige, aber Allah sei Dank ist die offene Feindseligkeit gegenüber Allah Azza wa Jalla verschwunden. Sie vergaßen das Erlebte und gaben sich stattdessen anderen Dingen, ihren eigenen Begierden und Lüsten hin. Natürlich gibt es auch heute Menschen, die sich Allah widersetzen und versuchen, andere in die Irre zu führen, aber damals war es viel extremer. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts erreichte der Unglaube seinen absoluten Höhepunkt. Es war eine Zeit, in der die Religionsfeinde extrem mächtig waren. Deshalb entzog Allah Azza wa Jalla ihnen Seine Barmherzigkeit, und die anhaltende Dürre wurde zu einer Strafe für die Menschen. Wenn Allah Azza wa Jalla will, lässt Er keinen einzigen Tropfen fallen. Aber um der Gläubigen, der Armen und Bedürftigen und der Gottesfreunde willen, sendet Er ihn trotzdem. Allah sei Dank gibt es diese Niederschläge. Wie gesagt, damals im letzten Jahrhundert hatte jegliches Übel seinen Höhepunkt erreicht. Das größte aller Unrechte ist die Auflehnung gegen Allah. Allah Azza wa Jalla etwas beizugesellen (Schirk), ist das absolut größte Unrecht; es ist ein Unrecht direkt gegen Allah. Damals gingen sie sogar noch weiter als Schirk; sie leugneten Allah völlig. Daher geschieht nichts ohne göttliche Weisheit. Allah sei Dank erkennen die Menschen das in diesem Jahr. InschaAllah ist dies zugleich eine frohe Botschaft. Dass sich diese Barmherzigkeit nun ausbreitet, bedeutet, dass die Ankunft des Herrn dieser Religion naht. Lasst uns das inschaAllah als eine frohe Botschaft auffassen. Wann genau es geschehen wird, weiß natürlich Allah am besten. Manchmal heißt es: "Der Scheich hat gesagt, er erscheint dieses Jahr." Wir erwarten ihn immer, in jedem einzelnen Moment. Das Versprechen von Allah Azza wa Jalla ist wahr. Unser Glaube an sein Kommen ist unerschütterlich. InschaAllah sehen wir in jedem guten Ereignis eine frohe Botschaft. Möge Allah ihren Herrn bald entsenden. Denn in seiner Zeit wird es unendlichen Segen geben. Mawlana Scheich Nazim pflegte zu sagen: "Nachts wird es regnen und tagsüber die Sonne scheinen; so wunderschön werden diese Tage sein." Zweimal im Jahr wird man ernten, und die Tiere werden zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen. Wie man so sagt: "Alles wird ein einziger Rosengarten sein" – genau so wird es kommen. Deshalb sind all diese Dinge inschaAllah Vorboten seiner Ankunft. Das heißt, die Zeit ist nah. Möge Allah uns diese Tage noch erleben lassen. Überall hat das Unrecht extrem zugenommen und sich ausgebreitet. Darum sehen wir auch dies als eine frohe Botschaft; möge der Retter der Menschen bald erscheinen, inschaAllah.

2026-05-22 - Lefke

Allah, der Erhabene, spricht in der Sure Al-Fajr: وَٱلْفَجْرِ ١ وَلَيَالٍ عَشْرٍۢ ٢ وَٱلشَّفْعِ وَٱلْوَتْرِ ٣ وَٱلَّيْلِ إِذَا يَسْرِ ٤ هَلْ فِى ذَٰلِكَ قَسَمٌۭ لِّذِى حِجْرٍ ٥ Allah, der Erhabene, spricht hier einen Schwur aus. Und ganz am Ende dieser edlen Sure heißt es: فَٱدْخُلِى فِى عِبَـٰدِى ٢٩ وَٱدْخُلِى جَنَّتِى ٣٠ Das heißt: „Reihe dich unter Meine Diener ein und tritt in Mein Paradies ein“, sagt Allah, der Erhabene. Er beginnt diese Sure mit einem Schwur und beendet sie mit einer frohen Botschaft. Er schwört auf diese Nächte, auf die ersten zehn Nächte des Monats Dhu al-Hidscha, weil ihr Vorzug und ihr Wert gewaltig sind. Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt in einem Hadith: Wer in dieser Zeit einen einzigen Tag fastet, erhält den Lohn eines ganzen Jahres. Fastet man an irgendeinem dieser neun Tage, so bekommt man den Lohn eines ganzen Jahres. Der Tag von Arafah, also der neunte Tag, ist jedoch noch viel vorzüglicher und segensreicher. Denn an diesem Tag befinden sich die Pilger in Arafat und stehen dort im Gebet. Allah, der Erhabene, hat diesen Tag unserem Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) und der Ummah Muhammads gewidmet und ihre Pilgerfahrt angenommen. Der Lohn für die Gottesdienste, die an diesem Tag verrichtet werden, ist ungleich höher und wird viel reichlicher vergeben. Wenn sich nämlich der Lohn der Pilger mit dem Lohn der anderen vereint, so potenziert er sich – er wird um ein Vielfaches größer. Die Tage, in denen wir uns gerade befinden, sind überaus gesegnete Tage; heute ist bereits der fünfte Tag. Allah, der Erhabene, hat uns diese Gnade zu Ehren unseres Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) zuteilwerden lassen. Wir danken und preisen Ihn dafür. Allah sei Dank dürfen wir diese Tage erleben und erfahren die Fürsorge und Gnade Allahs. Zur Ummah unseres Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) zu gehören, ist die allergrößte Ehre. Wir müssen dies wirklich zu schätzen wissen. Es ist ein unbezahlbares Privileg, dieser Ummah anzugehören. Weder Gold noch Silber, noch irgendwelche Juwelen – nichts auf der Welt kann das aufwiegen. Aber manche wissen es eben nicht zu schätzen. Allah, der Erhabene, hat es ihnen nicht vergönnt, deshalb erkennen sie diesen Wert nicht. Sie verschwenden ihre Zeit, reden einfach daher und am Ende stehen sie mit leeren Händen da. Obendrein sind sie auch noch undankbar und laden sich dadurch nur noch mehr Sünden auf. Möge Allah uns davor bewahren. In den Tagen, in denen wir uns jetzt befinden, stecken die Gnade, die Güte, aber auch die Prüfungen Allahs. Er hat dies der Ummah Muhammads als ein gewaltiges Geschenk überlassen, dessen wahren Wert wir kennen sollten. Allah, der Erhabene, leistet einen Schwur, und das allein zeigt schon, wie wertvoll diese Tage sind. Was auch immer ihr an diesen Tagen an Gutem tut und an Gottesdiensten verrichtet; wie zum Beispiel das Nachtgebet. Wenn ihr auch nur eine Nacht aufsteht, wird es euch so angerechnet, als hättet ihr ein ganzes Jahr lang die Nächte im Gebet verbracht. Bei dem sogenannten Qiyam al-Layl glauben manche fälschlicherweise, man müsse bis zum Morgengrauen durchbeten, ohne überhaupt zu schlafen. Doch unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) erklärte: Wer nachts zwei Rak'ah betet, schlafen geht und dann zum Tahajjud wieder aufsteht, der hat diese Nacht so verbracht, als hätte er die ganze Nacht gebetet. Das Nachtgebet ist also gar nicht schwer; Qiyam al-Layl bedeutet nicht, dass man die ganze Nacht wach bleiben muss. Allah hat es uns leicht gemacht: Du gehst mit der Gebetswaschung schlafen, stehst auf, erneuerst sie und verrichtest dein Gebet. Das wird dir als Gottesdienst angerechnet; ja, selbst dein Schlaf gilt dann als Gottesdienst. Tausendfacher Dank gebührt Allah. Zu Ehren unseres Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) möge Allah uns alle seine Fürsprache erlangen lassen, inschaAllah. Möge Er uns nie von seinem Weg und der Liebe zu ihm abbringen und diese Liebe in unseren Herzen stets mehren. Denn der Satan versucht die Menschen auf jede erdenkliche Weise zu täuschen. Viele Menschen erweisen unserem Propheten nicht den Respekt, der ihm wirklich gebührt. Genau deshalb ist es der allergrößte Gottesdienst, dass wir unseren Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) ehren und seinen wahren Wert erkennen. Auch das ist eine Gnade und ein Geschenk Allahs; dieses Gefühl dürfen wir in unserem Inneren niemals schwinden lassen. Die Liebe zu unserem Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) verlangt ja nicht von uns: „Zieh mit Hacke und Schaufel los und klopfe Steine.“ Es reicht vollkommen aus, wenn du aufrichtige Liebe und Respekt in deinem Herzen trägst. Das ist es, was dir seine Fürsprache einbringt und sie für dich sichert. „Ich werde Fürsprache leisten“, verspricht unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam). Möge Allah keinen von uns von seiner Fürsprache ausschließen.

2026-05-21 - Dergah, Akbaba, İstanbul

Unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam) sagt: "Wer an Allah glaubt, soll Gutes sprechen, wenn er redet." Und wer nichts Gutes zu sagen hat, soll lieber schweigen. Schweigen ist tugendhafter, es ist einfach besser. Es ist viel besser zu schweigen, als schlechte Worte zu wählen. Die Menschen heutzutage machen jedoch genau das Gegenteil. Wenn jemand schweigt, heißt es: "Der hat keine Ahnung" oder "Der ist langweilig". Sie sagen: "Schweig nicht, sag was!" Und als ob das nicht reichen würde, verbreiten sie auch noch alles Mögliche schriftlich. Dabei ist völlig unklar, ob das überhaupt wahr oder falsch ist. Dadurch laden sie unwissentlich Sünden und eine schwere Schuld auf sich. Auch das ist eine große Last, die dann schwer auf dem Menschen wiegt. Das sollte man wirklich lieber lassen. Klar, wenn man einen Fehler macht, kann man Reue zeigen. Aber ein Wort, das den Mund einmal verlassen hat, kann man nicht mehr zurückholen. Es ist unwiderruflich. Man entschuldigt sich vielleicht, aber wenn ein Wort erst einmal in der Welt ist, weiß man gar nicht, bei wie vielen Leuten man sich eigentlich entschuldigen müsste. Genau deshalb rät uns unser Prophet (sallAllahu alayhi wa sallam): Man sollte beim Sprechen immer genau überlegen, was man sagt. Man sollte nicht einfach nur reden, um des Redens willen. Um Allahs und des Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) Wohlgefallen willen sollte man sich vorher fragen: "Ist das jetzt gut oder nicht?" Möge es inschaAllah gut sein. Denn Gutes zieht Gutes nach sich, und Schlechtes bringt nur Schlechtes – etwas anderes gibt es da nicht. Die Menschen unserer Zeit verstehen alles falsch und tun genau das Gegenteil. Sie tun exakt das Gegenteil von dem, was gut wäre. Es heißt nur: "Rede! Sag was, schweig nicht, rede!" Na schön, dann rede halt, so viel du willst. Aber wer nimmt dich schon noch ernst? Wer bist du schon? Da kannst du reden, so viel du willst. Es bringt absolut nichts, es richtet nur Schaden an. Wenn wir also den Mund aufmachen, dann lasst uns inschaAllah über Dinge reden, die Allah und unserem Propheten (sallAllahu alayhi wa sallam) gefallen. Möge Allah verhindern, dass schlechte Worte über unsere Lippen kommen oder Dinge, die wir später bereuen, inschaAllah. Möge Er uns davor bewahren, Dinge zu sagen, die anderen schaden, inschaAllah. Um der Segnungen dieser Tage willen.